eLearning-Symbolbild

Über 2.500 Personen nutzten die eLearning-Plattform der Akademie der Ärztekammer Schleswig-Holstein und nahmen dabei an 80 zum Teil vollständig digital abgehaltenen Veranstaltungen teil. Nach einem Jahr seit Start der Plattform zieht die Akademie nun ein Zwischenfazit für den Lehrbetrieb. Vor gut sechs Monaten berichtete das Schleswig-Holsteinische Ärzteblatt von den pandemiebedingten Veränderungen in der Akademie der Ärztekammer Schleswig-Holstein, vom Aufbau der eLearning- Plattform ILIAS und davon, wie die Lehrveranstaltungen mithilfe des Blended Learning-Konzeptes teils digital und teils vor Ort in Bad Segeberg durchgeführt werden konnten.

Wie Teilnehmer und Mitarbeiter in den vergangenen sechs Monaten übereinstimmend feststellten: Gerade der Präsenzunterricht in den praxisorientierten Fort- und Weiterbildungen sowie in der überbetrieblichen Ausbildung ist nicht zu ersetzen. Die praktische Vermittlung von Lehrinhalten, wie zum Beispiel bei der Notfall- oder Intensivmedizin, ist eine Stärke der Akademie und das soll sie auch bleiben. Die Umstellung auf Webseminare oder eLearning-Inhalte musste häufig kurzfristig entsprechend der Sachlage erfolgen. „Das hat den Teilnehmern und uns an der einen oder anderen Stelle auch einiges abverlangt. Sehr stolz sind wir aber zum Beispiel auf die verschiedenen Blended Learning-Konzepte, die wir im Bereich Strahlenschutz umsetzen konnten. Dort zeigen wir, was möglich ist“, sagt Dr. Gisa Andresen, Kammervize, Vorsitzende des Fortbildungsausschusses und des geschäftsführenden Aus- schusses der Akademie. Der 90-stündige Strahlenschutzkurs für medizinisches Assistenzpersonal findet mittlerweile modulweise zum Teil als interaktives Webseminar, eLearning und Präsenzunterricht in Kleingruppen statt. Der erste Teil der Fortbildung führt als inter- aktives Webseminar mit den theoretischen Grundlagen in die Thematik ein. Daraufhin werden in multimedialen eLearning-Einheiten weitere Themenfelder vertieft, wobei sich jeder Teilnehmer die Inhalte terminunabhängig und im jeweils individuellem Lerntempo selbstständig erarbeiten kann. Die Präsenzzeit vor Ort konnte so von zwei auf eine Woche verkürzt werden, was sich in kleineren Seminargruppen bemerkbar macht. „Mir hat insbesondere die Arbeit in der kleinen Gruppe hier sehr gefallen. Ich konnte sehr viel praktisch ausprobieren und üben“, sagte Saskia Drews, Teilnehmerin im Strahlenschutzkurs. Potenzial sieht die Akademie insbe- sondere bei der Kombination von praktischem Präsenzunterricht und der autodidaktischen Erarbeitung bestimmter Lerninhalte durch die Teilnehmer selbst – in allen Bereichen.

Die Möglichkeiten der Plattform ILIAS seien noch lange nicht ausgeschöpft. „Geplant ist vor allem, die Vermittlung theoretischer Lehrinhalte noch bedarfsgerechter zu gestalten. Hierfür werden die interaktiven Lehrinhalte auf der Plattform so erstellt, dass je nach Wissens- und Erfahrungsstand die weitere Ausspielung von Lehrinhalten individuell angepasst erfolgt“, sagte Corne- lia Mozr, Leiterin der Akademie. So könne die Akademie die Lernerfahrung der ein- zelnen Teilnehmer verbessern. Unabhängig davon bewerten die Teilnehmer gerade von zeitintensiven Weiterbildungen die Möglichkeit der zeitlich freien Einteilung bei der Bearbeitung von eLearning-Lerninhalten als sehr positiv. „Im Bereich der überbetrieblichen Ausbildung ermöglichen wir den Teilnehmern auch dauerhaft den Zugriff auf die digitalen Lerninhalte, so können diese zur Wiederholung oder zur Vorbereitung auf die Prüfung genutzt werden“, sagte Mozr.

Die neuen didaktischen Möglichkeiten sollen auch genutzt werden, um das Portfolio der Akademie zu erweitern. Neben den klassischen Fort- und Weiterbildungs- angeboten wird es zukünftig mehr kleine eLearning-Fortbildungen mit einer Bearbeitungsdauer von 120 Minuten geben. So können sich Teilnehmer Wissen flexibel in kleinen, einzeln buchbaren Einheiten aneignen. Hierfür werden aus den bestehenden Fortbildungen spezielle Themen für kleine eLearning-Lerneinheiten zusammen mit dem Referenten aufgearbeitet. Den Teilnehmern werden so Teilaspekte zugänglich gemacht, für die sie nicht eine klassische Fortbildung besuchen müssen. Ähnlich sieht es beim Thema Webseminare aus. Spezielle Themen könnten künftig in Form von 60- bis 120-minütigen Vorträgen, etwa am Mittwochnachmittag, angeboten werden. „Wie bei den kleinen eLearning-Fortbildungen können wir den Teilnehmern so kleinere Bildungsangebote machen, für die sie nicht nach Bad Segeberg fahren müssen“, sagte Andresen. Die Akademie hat nach eigener Einschätzung innerhalb des vergangenen Jahres große Sprünge im Bereich digitalisierte Fort- und Weiterbildung gemacht. Der zum Teil durch Corona auferlegte Schwung soll weiter genutzt werden, um das Angebot der Akademie langfristig weiterzuentwickeln und bedarfsgerechter zu gestalten.