Bad Segeberg, 21. September 2020 – Mehr als 50 Millionen Menschen sind weltweit an einer Demenz erkrankt. Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e. V. geht davon aus, dass bis 2050 über 152 Millionen Menschen von der neurodegenerativen Erkrankung betroffen sein werden. In Deutschland wird die Zahl der Erkrankten derzeit auf 1,6 Millionen Menschen geschätzt. Zum Welt-Alzheimertag und der mit diesem Tag eingeleiteten Woche der Demenz spricht sich die Ärztekammer Schleswig-Holstein (ÄKSH) für die Etablierung von Demenzbeauftragten, mehr Aufklärung sowie unterstützende Maßnahmen von Betroffenen und Angehörigen aus.

Deutschland - eine alternde Gesellschaft
„Die Menschen in Deutschland werden im Durchschnitt immer älter. Mit dem Älterwerden steigt das Risiko an einer Demenz zu erkranken“, erklärt Prof. Henrik Herrmann, Präsident der ÄKSH. Es gibt zwar eine Nationale Demenzstrategie und landesweite Konzepte. Diese gilt es aber jetzt flächendeckend umzusetzen. Menschen mit Demenz haben in der medizinischen Versorgung besondere Bedürfnisse. „Speziell ausgebildete MitarbeiterInnen können im Sinne von Demenzbeauftragten auf eine ganzheitliche Versorgung dieser Patienten und Angehörigen sowie auch deren Pflegekräften und Ärzten hinwirken“, so Herrmann. Auch die ÄKSH habe eine Demenzbeauftragte benannt.

Menschen mit Demenz nicht ausschließen
Betroffene wie Angehörige trifft die Diagnose Demenz oft schwer. Etwa 90 Prozent aller hirnorganischen Demenzerkrankungen* sind nicht heilbar. Ein Absterben von Nervenzellen im Gehirn führt zur Beeinträchtigung der zeitlichen und örtlichen Orientierung und der Kommunikationsfähigkeit, zur Veränderung der Persönlichkeitsmerkmale und damit letztendlich der autobiographischen Identität. „Menschen mit Demenz möchten weiterhin Teil der Gesellschaft sein, Hobbys nachgehen und ihren Alltag möglichst eigenständig gestalten“, gibt Herrmann zu bedenken. Im frühen Krankheitsstadium merken Demenzkranke an den Reaktionen ihrer Umwelt, dass etwas mit ihnen nicht stimmt. Das verunsichert sie. Abschottung und depressive Verstimmungen können die Folgen sein und sich negativ auf den Krankheitsverlauf auswirken. „Besonders Angehörige, Partner, Freunde und Nachbarn sind wichtige Größen im Leben eines Demenzkranken“, so Herrmann. „Wir müssen mit Menschen mit Demenz im Gespräch bleiben und ihnen zeigen, dass sie ein akzeptierter Teil dieser Gesellschaft sind.“

*auch primäre Demenzerkrankung genannt. Hierzu zählen u. a. die Alzheimer-Demenz oder die vaskuläre (gefäßbedingte) Demenz. Auslöser für sekundäre Demenzerkrankungen können Depressionen, Alkoholsucht oder Schilddrüsenerkrankungen sein.

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