Symbolbild: Impfstoffinjektion in einem Impfzentrum

Bad Segeberg, 26. November 2020 – 28 Impfzentren sollen in Schleswig-Holstein errichtet werden. Für die Durchführung der Impfungen gegen den SARS-CoV-2 wird mit bis zu 80 Ärzten pro Einsatztag kalkuliert – und das neben der alltäglichen Regelversorgung. Dies stellt eine große Herausforderung an alle Ärztinnen und Ärzte sowie medizinische Fachangestellte in Schleswig-Holstein dar, zumal es nicht allein um die reine Verabreichung des Impfstoffes geht.

Impfen und was noch?
„Zum Impfen gehört weitaus mehr als das Injizieren eines Impfstoffes“, so Prof. Henrik Herrmann, Präsident der Ärztekammer Schleswig-Holstein (ÄKSH). Die Risikoeinschätzung, ob ein Patient geimpft werden darf oder nicht, die Feststellung einer möglichen Kontraindikation, die vorausgehende Aufklärung über mögliche Nebenwirkungen und die Beobachtung des Patienten direkt nach dem Impfen – das alles sind wichtige ärztliche Aufgaben, insbesondere bei einem neuen Impfstoff wie gegen den SARS-CoV-2.

Unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen
Die Impffreudigkeit der deutschen Bevölkerung gegen SARS-CoV-2 nimmt derzeit ab. Umso wichtiger hält es Herrmann daher, die anstehenden Impfungen unter den höchstmöglichen Sicherheits- und Qualitätsmaßstäben durchzuführen. Die eigenverantwortliche Einbeziehung anderer Heilberufe sieht die Ärztekammer daher kritisch. „Schleswig-Holsteins Ärztinnen und Ärzte haben jahrzehntelang Erfahrungen bei sämtlichen medizinischen Belangen rund um das Impfen“, so Herrmann. Gleiches gilt für gut ausgebildetes und erfahrenes Praxispersonal. Zudem werden gegenwärtig wieder Ärztinnen und Ärzte im frühen Ruhestand oder derzeit nicht tätige Ärztinnen und Ärzte kontaktiert, die ihre aktiven Kolleginnen und Kollegen unterstützen können. Sollte daneben weitere Unterstützung notwendig sein, kann über einen zusätzlichen Einsatz anderer Heilberufe unter ärztlicher Verantwortung nachgedacht werden.

 

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