Symbolbild Ärztin mit Herz

Bad Segeberg, 4. Februar 2021 – Eine Krebsdiagnose ist oft mit Ängsten verbunden. Denn bis heute ist das, was einer Diagnose folgt, nicht selten ein langer Kampf mit offenem Ausgang. Das Coronavirus stellt für viele Betroffene eine zusätzliche psychische Belastung dar, was dazu führt, dass wichtige Untersuchungen aus Angst, sich infizieren zu können, nicht  wahrgenommen werden. Zum heutigen Weltkrebstag macht die Ärztekammer Schleswig-Holstein (ÄKSH) zusammen mit der Schleswig-Holsteinischen Krebsgesellschaft e. V. auf die hohe Bedeutung von Vorsorge- und Kontrolluntersuchungen sowie einer kontinuierlich fortgeführten Behandlung während der Pandemie aufmerksam.

Patientenschutz eine gesellschaftliche Aufgabe
„Krebspatienten sind aufgrund der Erkrankung besonders gefährdet. Ihr Immunsystem ist durch die Krankheit und die Behandlung geschwächt. Für Patienten mit Krebsleiden ist die  Pandemie daher eine zusätzliche psychische Belastung“, zeigt Prof. Henrik Herrmann, Präsident der ÄKSH, Verständnis für den besonders vorsichtigen Umgang mit der  Infektionskrankheit. Eine Krebserkrankung sieht man dem Menschen oftmals nicht an. Umso wichtiger ist daher die Einhaltung der AHA+L+A-Regeln. „Die Diagnose ‚Krebs‘ ist eine Herausforderung – für die Betroffenen selbst, die Angehörigen und Freunde. In Zeiten der Pandemie ist sie dazu eine gesellschaftliche Aufgabe“, so Kammerpräsident Herrmann.

Vorsorge- und Kontrolluntersuchungen von fundamentaler Bedeutung
Dass die Angst vor einer SARS-CoV-2-Infektion bei manchen Patienten dazu führt, wichtige Kontroll- und Vorsorgeuntersuchungen nicht mehr wahrzunehmen oder gar die Behandlung zu  unterbrechen, ist gefährlich. Das sieht Prof. Frank Gieseler, Vorstandsvorsitzender der Schleswig-Holsteinischen Krebsgesellschaft e. V., ähnlich: „Das Risiko, dass sich eine  Krebserkrankung durch das Aussetzen der Behandlung oder der Diagnostik verschlechtert, ist wesentlich höher, als sich in der Klinik oder der Praxis mit SARS-CoV-2 zu infizieren.“ Durch verschobene Erstuntersuchungen leidet zudem die Diagnostik unter den Ängsten der Menschen. Dabei ist eine frühzeitige Diagnosestellung von fundamentaler Bedeutung für den  Krankheitsverlauf. „Je früher der Krebs diagnostiziert wird, desto früher kann mit der Behandlung begonnen werden. Verzögert sich die Diagnose, bleibt der Krebs unentdeckt. Das kann  zu schwereren Verläufen führen“, mahnt auch Herrmann.

Umstellung von Beratung und Fürsorgeangeboten
Normalerweise bietet die Ärztekammer zusammen mit der Krebsgesellschaft und der Bäckerei Gräper einmal im Monat ein „Café für Krebspatienten“ in Bad Segeberg an. Vor der  Pandemie konnten sich Betroffene, Angehörige und Interessierte in den Räumlichkeiten der ÄKSH bei Kaffee und Kuchen nicht nur über die Erkrankung, sondern auch über alltägliche  Themen austauschen und Normalität erleben. Im Zuge der Pandemie hat die Ärztekammer früh Vorsicht walten lassen und sämtliche Veranstaltungen bis auf Weiteres abgesagt. Die  Schleswig-Holsteinische Krebsgesellschaft musste in der Pandemie ebenso das Beratungsangebot umstellen. Online-Fortbildungen, digitale Informationsveranstaltungen und  Telefonberatungen sind derzeit das Mittel der Wahl.

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