Sie vermuten eine fehlerhafte ärztliche Behandlung? In einem Gespräch mit Ihrem behandelnden Arzt kann die Situation nicht eindeutig und für Sie zufriedenstellend geklärt werden? Dann wenden Sie sich vertrauensvoll an die Schlichtungsstelle für Arzthaftpflichtfragen der Ärztekammer Schleswig-Holstein. Diese unterstützt die Behandlungsparteien bei dem Versuch einer außergerichtlichen Streitbeilegung. Hierzu bewertet und beurteilt sie das Behandlungsgeschehen und zieht hierbei regelmäßig medizinische Gutachter zurate.

Aufgabe der Schlichtungsstelle und Ziel des Verfahrens
Aufgabe der Schlichtungsstelle für Arzthaftpflichtfragen der Ärztekammer Schleswig-Holstein ist es, eine zeitnahe, neutrale und unabhängige Begutachtung einer ärztlichen Behandlung, die im Zuständigkeitsbereich der Ärztekammer Schleswig-Holstein stattgefunden hat, hinsichtlich behaupteter Behandlungsfehler durchzuführen, durch die der Patient einen Gesundheitsschaden erlitten hat.
Bei Feststellung eines Behandlungsfehlers wird eine Bewertung der Haftungsfrage dem Grunde nach abgegeben. Ziel des Schlichtungsverfahrens ist die Förderung einer einvernehmlichen, außergerichtlichen Streitbeilegung.

Verfahrensvoraussetzungen
Für die Durchführung des Schlichtungsverfahrens müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Die Behandlung hat in Schleswig-Holstein stattgefunden.
  • Durch die Behandlung ist ein Gesundheitsschaden eingetreten/wird voraussichtlich eintreten.
  • Die beanstandete Behandlung liegt nicht länger als 5 Jahre zurück.
  • Aufgrund der beanstandeten Behandlung ist kein strafrechtliches Ermittlungsverfahren oder ein strafrechtliches/zivilrechtliches Gerichtsverfahren anhängig.
  • Der zu begutachtende Sachverhalt wurde noch nicht durch ein Gericht rechtskräftig entschieden oder durch einen Vergleich erledigt.
  • Die in Frage stehende Behandlung steht nicht im Zusammenhang mit einer richterlich angeordneten Zwangsmaßnahme.
  • Alle Beteiligten sind mit dem Verfahren einverstanden.

Kosten
Das Verfahren ist für den Patienten kostenfrei. Sie tragen nur Ihre eigenen Kosten (z. B. Porto- und Kopierkosten, Kosten für einen von Ihnen beauftragten Rechtsanwalt).
 

Prinzipien des Schlichtungsverfahrens

  • Freiwilligkeit
    Das Schlichtungsverfahren ist für alle Beteiligten freiwillig. Alle Verfahrensbeteiligten müssen mit der Durchführung einverstanden sein: Patient (bzw. im Todesfall die Erben), der betroffene Arzt oder das betroffene Krankenhaus.
     
  • Schriftlichkeit / Digitales Verfahren
    Das Verfahren wird schriftlich geführt. Um den Aufwand für die Beteiligten zu reduzieren und das Verfahren möglichst zügig und effizient durchführen zu können, wird unser Schlichtungsverfahren ausschließlich digital geführt und erfolgt über unser Schlichtungsportal. In diesem sind alle Verfahrensbeteiligten registriert und sicher miteinander vernetzt. Das Portal finden Sie unter folgendem Link: https://schlichtungsstelle.aeksh.de

    Die Prüfung Ihrer beanstandeten medizinischen Behandlung erfolgt auf Grundlage der beigezogenen Behandlungsdokumentation. Im Regelfall wird hierfür ein externes fachärztliches Gutachten eingeholt. Eine Zeugen- oder Parteivernehmung findet nicht statt.
     
  • Transparenz
    Durch die Nutzung unseres Schlichtungsportals können Sie sich stets über den aktuellen Stand des Verfahrens informieren. Vor der Beauftragung eines ärztlichen Gutachters erhalten Sie die Gelegenheit, sich zu dessen Person und zu den vorgesehenen Gutachterfragen zu äußern. Das eingeholte Gutachten erhalten Sie zur Kenntnis und haben die Gelegenheit zur Stellungnahme.
     
  • Unabhängigkeit
    Die Mitglieder der Schlichtungsstelle sind in ihrer Entscheidungsfindung unabhängig und an Weisungen nicht gebunden. Sie sind allein ihrem Gewissen und ihrer fachlichen Überzeugung verantwortlich.
     
  • Vertraulichkeit
    Auskunft über das laufende Verfahren erhalten nur die Verfahrensbeteiligten. Die Schlichtungsstelle verarbeitet Ihre Daten ausschließlich zum Zwecke der Durchführung des Schlichtungsverfahrens. Näheres hierzu entnehmen Sie bitte unseren „Informationen zum Datenschutz“.
     
  • Unverbindlichkeit
    Ziel des Schlichtungsverfahrens ist eine einvernehmliche, außergerichtliche Streitbeilegung. Die abschließende Bewertung der Schlichtungsstelle ist für die Beteiligten jedoch rechtlich nicht bindend. Die Möglichkeit einer Klage vor einem Zivilgericht bleibt unberührt.