
Extremes Gesundheitsrisiko durch extreme Hitze – Hitzeaktionstag schärft Bewusstsein
Mit dem jährlichen Hitzeaktionstag, der am 11. Juni stattfindet, wird erneut auf die durch den Klimawandel bedingte größte Gesundheitsgefahr aufmerksam gemacht. Es soll das Bewusstsein für die eigene Vorsorge schärfen und Kommunen, Pflegeeinrichtungen sowie Privatpersonen über effektive Schutzmaßnahmen aufklären. Auch Schleswig-Holstein erlebt durch den Klimawandel immer häufiger längere Hitzeperioden und sogenannte Tropennächte. Die Zahl der Hitzetage mit über 30° hat sich insgesamt seit den 1950er Jahren verdreifacht. Für das nördlichste deutsche Bundesland geht es zwar dank des regulierenden Einflusses von Nord- und Ostsee meist etwas glimpflicher vonstatten, dennoch gilt auch hier: Gesundheits- und Sozialsysteme müssen sich für extreme Hitzeperioden vorbereiten. Doch nur die wenigsten sind es. „Die Hitzewellen mit Temperaturen ab 28-30° sind besonders für chronisch Kranke – insbesondere mit Lungen- oder Herz-Kreislauferkrankungen -, ältere Menschen und Kinder ein lebensbedrohliches Risiko“, warnt Anne Schluck, Vorstandsmitglied der Ärztekammer Schleswig-Holstein. „Wir sehen nach wie vor großen Handlungsbedarf. Kommunen und Pflegeeinrichtungen müssen präventiv vorgehen. Aber auch Schulen und Kitas sind hier gefragt und sollten Hitzeschutzpläne vorbereiten. Hitzewellen werden in Zukunft häufiger, intensiver und halten länger an.“
Die Ärztinnen und Ärzte im Land sind wichtige Ansprechpartner und beraten vor allem zu Prävention und Behandlung von Hitzeschäden. Die Ärztekammer Schleswig-Holstein bietet hierfür regelmäßige Fortbildungsangebote an. Thematisch stehen in diesem Jahr der Umgang mit Hitzenotfällen und die Auswirkungen von Hitze auf die Medikation von Patientinnen und Patienten im Vordergrund.
Der diesjährige bundesweite Aktionstag am kommenden Donnerstag steht unter dem Schwerpunktthema „Gemeinsam vorsorgen gegen Extremhitze“ und fokussiert wie Politik, Wissenschaft und Bevölkerung gemeinsam auf diese wachsende Bedrohung durch Extremhitze reagieren können. An zahlreichen Orten sind Veranstaltungen und Aktionen geplant, wie zum Beispiel Informationsangebote zum Hitzeschutz für Familien und ältere Menschen.