Die Versorgung funktioniert, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen: In solch einer Phase befindet sich derzeit das Friedrich-Ebert-Krankenhaus (FEK) in Neumünster. Damit das so bleibt, hat es in Gesprächen mit den Mitarbeitern eine Zukunftsstrategie erarbeitet.
Herausgekommen ist dabei eine neue Zentrenstruktur, die die interne Zusammenarbeit optimieren soll. Dafür werden mehrere Kliniken z. B. in ein onkologisches oder in ein Herz-Gefäß-Zentrum zusammengefasst. Außerdem wird ein neurovaskuläres und Schlaganfallzentrum gebildet. Auch ein Weaning- und ein Lungenzentrum sollen etabliert werden. Der Ärztliche Direktor PD Dr. Andrea Pace verspricht sich davon einen umfassenderen Blick auf die Patienten, aber auch kürzere Wege und Synergieeffekte.
 Pace setzt außerdem auf eine engere Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten der Region. Er kündigte
u. a. gemeinsame Weiterbildungskonzepte mit den Praxen und einen regelmäßigen Austausch mit den niedergelassenen Kollegen an. „Wir wollen gemeinsame Strukturen aufbauen und haben erste Gespräche geführt“, sagte Pace in einem Pressegespräch im Dezember. Die engere Abstimmung soll helfen, Ärzte frühzeitig an die Region zu binden. In der Stadt haben derzeit viele Hausärzte Probleme, einen Nachfolger zu finden.

Geschäftsführerin Kerstin Ganskopf berichtete, dass das kommunal getragene Haus im vergangenen Jahr trotz der Pandemie einen Überschuss in Höhe von 2,9 Millionen Euro erwirtschaften konnte. Für das laufende Jahr erwartet sie ein ausgeglichenes Ergebnis. Der Umsatz liegt bei rund 165 Millionen Euro.
Die Mitarbeiterzufriedenheit scheint in Neumünster etwas höher zu sein als in anderen Kliniken, zumindest deutet eine geringere Fluktuation im Pflegebereich darauf hin. Laut Pflegedirektor Christian de la Chaux liegt die Fluktuationsrate in Neumünster bei 9 %, bundesweit dagegen bei 11,3 %. Die eigene Pflegeschule hilft bei der Personalentwicklung, alle Auszubildenden werden übernommen. Das hat dazu geführt, dass die Zahl der Vollzeitkräfte in der Pflege seit 2018 um 100 gesteigert werden konnte. Insgesamt arbeiten mehr als 900 Menschen in der FEK-Pflege sowie rund 250 Ärzte.

Ein weiteres Ziel des FEK ist es, zum „Magnetkrankenhaus“ zu werden. Dieses Zertifikat aus den USA soll Transparenz und Qualität in der Pflege u. a. durch Best-Practise-Beispiele erhöhen helfen. Pflegedirektor de la Chaux verspricht sich davon eine noch engere Mitarbeiterbindung, aber auch Vorteile bei der Gewinnung neuer Mitarbeiter.
Keine konkreten Angaben gab es von der Klinik zur Frage einer möglichen und öffentlich diskutierten Fusion mit dem Städtischen Krankenhaus Kiel. Hierzu wurde auf die kommunalen Träger verwiesen, die sich aber bis Ende Dezember hierzu noch nicht abschließend geäußert hatten.


Text: Dirk Schnack
Foto: Frank Siemers