Alissa Eckert, MS; Dan Higgins, MAMS
Auf der folgenden Seite finden Sie wichtige Informationen zum Coronavirus sowie Stellungnahmen und Hinweise der Ärztekammer Schleswig-Holstein (ÄKSH)


 

Erhöhte Nachfrage nach Attesten erwartet

Im Zusammenhang mit der Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts an Schleswig-Holsteins Schulen kann es vermehrt zu Attestanfragen von Schülerinnen und Schülern sowie dem Lehrpersonal kommen.
In der Regel reicht eine Bescheinigung von Grunderkrankungen daher nicht aus. Vielmehr wird bei Ihrer individuellen ärztlichen Einschätzung ein Bezug zu den vom Robert Koch-Institut kontinuierlich aktualisierten Informationen zu Risikogruppen für schwere Krankheitsverläufe herzustellen sein, die wir Ihnen nachfolgend verlinkt haben.

Hintergrund sind folgende Regelungen:

Für Schülerinnen und Schüler gilt:
"Aufgrund einer Risikoeinschätzung vorbelastete Schülerinnen und Schüler, die zur Personengruppe mit einem höheren Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf gehören, können nach Abstimmung mit der Schulleitung von der Teilnahme an Präsenzveranstaltungen in der Schule beurlaubt werden (§ 15 Schulgesetz). Gemeinsam mit Schulleitung, Klassen- und Fachlehrkräften werden individuelle Lösungen entwickelt. Dies gilt auch für Schülerinnen und Schüler, die in häuslicher Gemeinschaft mit Personen leben, die aufgrund einer Risikoeinschätzung vorbelastet sind."

Für das Lehrpersonal gilt:
„Sämtliche Lehrkräfte wirken an der Sicherstellung des Schulbetriebs mit. Aufgrund einer Risikoeinschätzung nachweislich vorbelastete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen grundsätzlich im Homeoffice verbleiben. Dies gilt ebenso für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mit einem Angehörigen mit einer relevanten Vorerkrankung im Haushalt leben. Für die Risikoeinschätzung können grundsätzlich die Hinweise des Robert Koch-Instituts herangezogen werden.
Für die behördliche Praxis der Würdigung besonderer Risiken bedeutet dieses insbesondere, dass die dort genannten Vorerkrankungen (z.B. Herz-/Kreislauferkrankungen, Diabetes, Immunschwäche), nicht aber allein das Lebensalter, entscheidungsrelevant sind. Die Entscheidung über ein betriebliches Beschäftigungsverbot nach § 13 Mutterschutzgesetz für eine schwangere Lehrkraft ist derzeit eine Einzelfallentscheidung, für die eine betriebsärztliche Beratung erforderlich ist, bei der ggf. die erforderlichen Maßnahmen des Arbeitsschutzes erwogen werden.“

Informationen zu den Risikogruppen für schwere Verläufe - RKI

Informationen und Hilfestellungen für Personen mit einem höheren Risiko für einen schweren COVID-19-Krankheitsverkauf - RKI

Warnung und eindringliche Bitte

Im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie und den teils drastischen Maßnahmen zum Umgang damit sind Falschnachrichten und Verschwörungstheorien in unseriösen Medien im Umlauf. Die Ärztekammer Schleswig-Holstein verurteilt die absichtliche Verbreitung von Fehlinformationen aufs Schärfste und bittet daher, fragliche Quellen kritisch zu betrachten und zu überprüfen. Vertrauen Sie nur bekannt seriösen Informationsportalen. Wir verweisen nur auf Quellen, denen die Ärzteschaft in dieser Situation, in der naturgemäß Fragen offen bleiben, vertraut. Diese finden Sie verlinkt hier auf dieser Seite. 

Seelsorge-Hotline der Nordkirche für Patienten

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland bietet seit dem 24. März eine kostenlose Seelsorge-Hotline für alle Menschen, die unter den Folgen der Corona-Krise leiden. Unter der Nummer 0800 4540106 sind bis auf Weiteres täglich von 14 bis 18 Uhr ausgebildete Seelsorgerinnen und Seelsorger der Nordkirche erreichbar. Menschen, die beispielsweise unter emotionalen und psychischen Belastungen oder sozialer Isolation leiden, sowie kranke und alte Menschen, die seelsorgerliche Begleitung brauchen, können sich an die Seelsorgerinnen und Seelsorger wenden.

Alle weiteren Informationen und weitere seelsorgerische Telefonnummern der Nordkirche finden Sie unter dem folgenden Link:

Tipps und Informationen der Nordkirche

UKSH startet Interventionsstudie bei unkomplizierter COVID-19-Erkrankung

Im Rahmen einer bundesweit angelegten Interventionsstudie der Klinik für Innere Medizin I des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) sollen rund 1300 Patientinnen und Patienten untersucht werden, bei denen eine unkomplizierte COVID-19-Erkrankung diagnostiziert wurde. Ausgangspunkt des Forschungsprojektes ist die Vermutung, dass Malnutrition ein wesentlicher Faktor für einen schweren Verlauf der SARS-CoV-2 Infektion sein könnte.
Hausärztliche Kolleginnen und Kollegen  werden gebeten ihre frisch-diagnostizierten, ambulanten Patientinnen und Patienten auf die Studie hinzuweisen.

Über einen Zeitraum von vier Wochen wird einer Gruppe der teilnehmenden Patienten eine geringe Menge Nicotinamd (Vitamin B3, 1000mg) verabreicht und deren Auswirkung auf den Krankheitsverlauf untersucht. Eine Kontrollgruppe erhält im gleichen Zeitraum Kieselerde.

Geleitet wird die Studie von Prof. Stefan Schreiber (Direktor der Klinik für Innere Medizin I, UKSH), Prof. Matthias Laudes (Schwerpunkt Ernährungsmedizin an der Klinik für Innere Medizin I, UKSH), Prof. Wolfgang Lieb (Direktor des Instituts für Epidemiologie von CAU und UKSH) und dem Kompetenznetz Darmerkrankungen e.V. (ehemals BMBF Kompetenznetz). Das Forschungsvorhaben wurde von der Ethikkommission der medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) bewilligt.

Eine ausführliche Beschreibung der Studie sowie Kontaktmöglichkeiten über ein eingerichtetes Arzttelefon und eine E-Mailadresse für Ärzte erhalten Sie in einem gesonderten Rundschreiben und in der Mai-Ausgabe des Schleswig-Holsteinischen Ärzteblattes.