Überkopfportrait von jungen leuten mit Laptops und Büchern die für die Ausbildung lernen
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07. November 2025

Warum Ausbildung die beste Investition für Unternehmen ist

Der Fachkräftemangel ist längst kein Randthema mehr, denn er ist eine der größten Herausforderungen für die deutsche Wirtschaft. Der Report “Eigene Ausbildung oder externe Fachkräftegewinnung – mit welchen Kosten müssen Betriebe rechnen? Qualifikations und Berufsfeldprojektion bis 2035 Ergebnisse der BIBB-Kosten-Nutzen-Erhebung 2022/2023” des Bundesinstitut für Berufsbildung liefert spannende Einblicke in Zahlen, Fakten und Trends. In diesem Beitrag haben wir wichtige Erkenntnisse für Sie zusammengefasst.

  • Ausbildung oder externe Fachkräfte? Die Kostenfrage

Die duale Ausbildung bleibt ein zentraler Baustein, um den eigenen Fachkräftebedarf zu sichern. Doch lohnt sich das finanziell? Laut der aktuellen BIBB-Kosten-Nutzen-Erhebung 2022/2023 decken die Erträge im Schnitt 69 % der Bruttokosten der Ausbildung. Fast 60 % dieser Erträge stammen direkt aus produktiven Fachkräftetätigkeiten der Auszubildenden.

Gleichzeitig zeigt sich: Die Personalgewinnungskosten für externe Fachkräfte sind in den letzten Jahren stärker gestiegen als die Nettokosten für die eigene Ausbildung. Für Betriebe, die langfristig planen, wird die Ausbildung also immer attraktiver.

  • Steigende Kosten, aber auch steigender Nutzen

Zwischen 2017/2018 und 2022/2023 stiegen die Bruttokosten pro Auszubildenden deutlich an – im Durchschnitt auf über 27.000 Euro pro Jahr. Gleichzeitig wuchsen jedoch auch die Erträge, sodass die Ausbildung weiterhin eine lohnende Investition bleibt. Besonders spannend: Mit jedem Ausbildungsjahr steigt der Nutzen für Betriebe. Im dritten Jahr liegen die Nettokosten oft nur noch im niedrigen vierstelligen Bereich.

  • Rekrutierung: Teurer und schwieriger denn je

Wer Fachkräfte extern sucht, muss tief in die Tasche greifen. Die durchschnittlichen Personalgewinnungskosten für eine neu eingestellte Fachkraft lagen 2022/2023 bei rund 13.700 Euro. Davon entfällt der größte Anteil auf informelles Training (6.448 Euro) und die Minderleistung in der Einarbeitungszeit (4.468 Euro).

Interessant: Während in Kleinstbetrieben die Rekrutierung „nur“ etwa 12.300 Euro kostet, zahlen Großbetriebe im Schnitt über 21.000 Euro pro neuer Fachkraft.

  • Fachkräftemangel verschärft sich – vor allem in kleinen Betrieben

Sieben von zehn Betrieben bewerten ihre regionale Fachkräftesituation inzwischen als schlecht oder sehr schlecht. Besonders kleine und mittlere Unternehmen spüren die Engpässe deutlich stärker. Während Großbetriebe offene Stellen im Schnitt nach zehn Wochen besetzen, brauchen Kleinstbetriebe fast 19 Wochen.

  • Übernahmequote: Ein klarer Vorteil der Ausbildung

Ein weiterer Pluspunkt für Unternehmen: Auszubildende bleiben oft langfristig. Über 77 % der Absolvent:innen werden nach Abschluss übernommen. In Großbetrieben arbeiten sogar über 80 % auch fünf Jahre später noch im Unternehmen. Damit ist die Ausbildung ein verlässlicher Weg, um Fachkräfte zu binden – und gleichzeitig die Kosten für langwierige Rekrutierungen zu vermeiden.

Fazit: Ausbildung ist die nachhaltigste Lösung

Betriebe investieren zwar Milliarden in Ausbildung, doch die Vorteile liegen klar auf der Hand: niedrigere Rekrutierungskosten, kürzere Vakanzzeiten, höhere Bindung und langfristige Wettbewerbsfähigkeit. Trotz steigender Ausbildungskosten sind Unternehmen bereit, diesen Weg zu gehen: Im Ausbildungsjahr 2022/2023 summierten sich die Investitionen auf rund 9,7 Milliarden Euro.

Dieser Artikel zeigt nur einen Bruchteil der spannenden Ergebnisse. Lesen Sie jetzt den vollständigen Report und finden detaillierte Analysen zu:

  • Branchen- und Berufsgruppenunterschieden,
  • regionalen Prognosen bis 2035,
  • Strategien zur Fachkräftesicherung und
  • langfristigen Trends im Ausbildungs- und Arbeitsmarkt.

Hier geht’s zum vollständigen Report

Alle Informationen und Zahlen dieses Beitrages stammen aus dem Report: Felix Wenzelmann, Gudrun Schönfeld, Carolin Linckh, Harald Pfeifer: Eigene Ausbildung oder externe Fachkräftegewinnung – mit welchen Kosten müssen Betriebe rechnen? Ergebnisse der BIBB-Kosten-Nutzen-Erhebung 2022/2023

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