
Hallo aus der ÜBA!
Haben Sie sich schon einmal gefragt, was die überbetriebliche Ausbildung im Rahmen der Ausbildung zur/zum medizinischen Fachangestellten so besonders macht? Genau das kann Ihnen unsere neue Ausbilderin erklären!
Mein Name ist Lisa Salz und seit Mai 2026 bin ich als Ausbilderin in der Akademie der Ärztekammer tätig. Ich bin seit fünf Jahren ausgelernte medizinische Fachangestellte und meine Ausbildung habe ich ursprünglich in Nordrhein-Westfalen gemacht. Dort gibt es das Konzept der überbetrieblichen Ausbildung (ÜBA) tatsächlich gar nicht. Deshalb war das Ganze für mich zunächst völlig neu. Erst als ich später in Schleswig-Holstein in einer Praxis gearbeitet habe, erzählten mir unsere Auszubildenden von der ÜBA und ich dachte nur: Moment mal… warum hatte ich das damals eigentlich nicht?
Heute kann ich sagen: Ich finde das Konzept der überbetrieblichen Ausbildung wirklich großartig. Denn hier bekommen die medizinischen Fachangestellten von morgen die Möglichkeit, sich fachlich zu vertiefen, Fragen zu stellen und Sicherheit für ihren späteren Berufsalltag zu gewinnen.
Besonders wichtig finde ich dabei, dass die ÜBA Themen aufgreift, die im Praxisalltag manchmal zu kurz kommen. Gerade Auszubildende aus Facharztpraxen erleben nicht immer alle Inhalte, die später in der Ausbildung oder Prüfung verlangt werden. Und genau dort setzt die ÜBA an: Sie ergänzt, vertieft und schafft Raum zum Lernen, ohne Zeitdruck und ohne „huschi-huschi“.
Ein besonderes Highlight ist für mich der Praxistag am Ende der Woche. Dort üben wir prüfungsnahe Situationen, damit die Auszubildenden Schritt für Schritt lernen, was in der Abschlussprüfung von ihnen erwartet wird. Dabei geht es nicht nur um Fachwissen, sondern auch darum, Sicherheit und Selbstvertrauen aufzubauen.
Vielleicht liegt mir dieses Thema auch deshalb so am Herzen, weil ich selbst während meiner Ausbildung vieles eigenständig lernen musste. Ich war ein „Corona-Jahrgang“ und habe meine Ausbildung in der Anästhesie gemacht. Viele Inhalte, die eigentlich Teil der Ausbildung waren, konnte ich dort nur eingeschränkt kennenlernen. Umso mehr hätte ich mir nun damals eine Möglichkeit wie die ÜBA gewünscht – einen Ort, an dem man nachfragen darf, üben kann und Unterstützung bekommt.
Genau das möchten wir heute unseren Auszubildenden bieten: einen sicheren Raum zum Lernen. Fragen stellen ist bei uns ausdrücklich erlaubt und sogar erwünscht! Denn manchmal hilft schon eine zusätzliche Erklärung oder ein gemeinsames Üben, damit plötzlich der berühmte „Knoten platzt“. Und mit dem Wissen, das wir im Team gesammelt haben, könnten wir wahrscheinlich inzwischen tatsächlich ein kleines Handbuch schreiben.
…Wobei – Genau das haben wir sogar gemacht! Unsere Auszubildenden erhalten Unterlagen mit Arbeitsanweisungen, Checklisten und wichtigen Informationen im Rahmen des Qualitätsmanagement (QM), damit sie jederzeit Dinge nachlesen und sich im Alltag orientieren können.
Ich finde das Modell der überbetrieblichen Ausbildung deshalb nicht nur sinnvoll, sondern unglaublich wertvoll. Es bereitet die Auszubildenden gezielt auf ihren Beruf vor, stärkt ihre fachlichen Fähigkeiten und gibt ihnen Sicherheit für die Zukunft. Und vielleicht bin ich gerade deshalb so überzeugt davon, weil ich selbst weiß, wie schwer Ausbildung manchmal ohne zusätzliche Unterstützung sein kann.
Umso schöner ist es für mich heute, Teil dieses Konzepts zu sein und die medizinischen Fachangestellten von morgen auf ihrem Weg begleiten zu dürfen.
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