
Abhängigkeitsstörungen bringen wachsende Versorgungsanforderungen
Stimulanzien wirken aktivierend auf das zentrale Nervensystem. Kurzfristig steigern sie Aufmerksamkeit, Wachheit und subjektive Leistungsfähigkeit, jedoch ohne dem Körper Energie zuzuführen. Stattdessen werden vorhandene Energiereserven mobilisiert. Gerade dieser Effekt begünstigt ihren Missbrauch als vermeintliche „Leistungsdroge“.
Was häufig unterschätzt wird: Die Wirkung geht mit einem hohen Abhängigkeitspotenzial einher und ist eng mit psychischen Folgeerkrankungen verknüpft. So zeigt sich, dass nahezu jede zweite diagnostizierte Kokainmissbrauchsstörung mit einer Depression einhergeht.
Ein Blick auf die zentralen pharmakologischen Eigenschaften verdeutlicht, warum zum Beispiel Kokain ein so ausgeprägtes Suchtrisiko besitzt:
- Hemmung der Wiederaufnahme von Dopamin, Noradrenalin und Serotonin mit starker sympathikotoner Aktivierung
- Euphorie, gesteigerter Antrieb und Leistungsgefühl bei gleichzeitiger Unterdrückung von Hunger und Müdigkeit
- Rasche Toleranzentwicklung im Sinne einer Tachyphylaxie
Die steigenden Intoxikationszahlen und komplexe Verläufe machen deutlich: Der kompetente Umgang mit Abhängigkeitsstörungen, die weitaus mehr als das Thema Stimulanzien beinhaltet, ist längst kein Randthema mehr, sondern ein fester Bestandteil ärztlicher Versorgung.
75% der Betroffenen suchen mindestens einmal im Jahr eine/ niedergelassene/n Ärztin/Arzt auf, allerdings nicht vordergründig, um Hilfe bei der Bewältigung ihrer Abhängigkeit zu erhalten, sondern häufig, um substanzassoziierte Symptome und Störungen behandeln zu lassen. Welch eine Chance, wenn sie dort auf kompetente Behandler treffen, die die Abhängigkeit erkennen und diagnostizieren.
Genau hier setzt die Fort- und Weiterbildungsmaßnahme „Suchtmedizinische Grundversorgung“ an, um fundierte Kenntnisse zur Prävention, Diagnostik, Therapie und Rehabilitation von Suchterkrankungen zu vermittelt.
Nutzen Sie diese Möglichkeit, um Ihre suchtmedizinische Handlungssicherheit gezielt zu stärken und den wachsenden Herausforderungen in der Versorgung substanzabhängiger Patientinnen und Patienten kompetent zu begegnen.

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