Stipendium für Kieler Leukämieforscherin
Pieper fertigt ihre Doktorarbeit in der Leukämieforschung an der Klinik für Innere Medizin II, Hämatologie und Onkologie, Leitung Prof. Claudia Baldus, am Kieler UKSH an. Darin erforscht sie, welche Rolle die Ursprungszelle für das Verhalten von Leukämiezellen unter Immuntherapie spielt. Die Arbeit dient als Grundlage, um die Plastizität von bestimmten Leukämie-Subtypen besser zu verstehen.
Übergeordnetes Ziel der Forschungsarbeiten ist es, die Entstehung der akuten lymphoblastischen Leukämie (ALL) besser zu verstehen. In Piepers Promotionsprojekt, das im Rahmen des Kiel Oncology Networks (KON) an der CAU und des campusübergreifenden Universitären Cancer Centers Schleswig-Holstein (UCCSH) am UKSH verortet ist, geht es konkret um die Rolle verschiedener Blut-Vorläuferzellen in der Entstehung einer multilineären Subform der ALL. Die Ergebnisse sollen genutzt werden, um langfristig immuntherapeutische Behandlungsansätze für diese spezielle Leukämieform zu verbessern. Das nun von der Deutschen Krebshilfe ausgezeichnete Promotionsprojekt findet im Rahmen der von der DFG geförderten Klinischen Forschungsgruppe (KFO) 8010 CATCH ALL statt, die Ende 2025 eine erneute Finanzierung für weitere vier Jahre erhielt.
Stipendium ermöglicht Forschungsfreisemester
Mit dem Mildred Scheel Doktorandinnen und Doktoranden-Programm unterstützt die Deutsche Krebshilfe wissenschaftlich interessierte Studierende der Humanmedizin und bereits approbierte Ärztinnen und Ärzte finanziell mit 1.000 Euro pro Monat, um eine exzellente wissenschaftliche Doktorarbeit in der Krebsforschung in einem ausgewiesenen Forschungslabor in Deutschland durchzuführen. Pieper erhält dadurch die Möglichkeit, in einem Forschungsfreisemester ihre Dissertation zu vollenden.
„Die Zellidentität ist bei dieser speziellen ALL-Form weniger festgelegt. Es scheinen mehrere Blutzellarten im Knochenmark beteiligt zu sein“, erklärte Dr. Dennis Das Gupta, Clinician Scientist an der Klinik für Innere Medizin II, Hämatologie und Onkologie, der Piepers Doktorarbeit mit betreut. „Problematisch ist diese Beteiligung einer flexiblen Zellidentität insbesondere, weil neuere Immuntherapien auf sehr spezifische Oberflächeneiweiße einer einzigen Zellart, die sogenannten Lymphoblasten, abzielen. Dadurch könnte die multilineäre ALL also resistenter gegenüber diesen Therapieformen sein“, so der designierte CATCH ALL-Teilprojektleiter Das Gupta weiter.
Neuartige Leukämie-Modelle sollen mögliche Therapieresistenzen aufdecken
In Piepers Doktorarbeit geht es darum, geeignete Zellmodelle aus Maus-Kochenmarkszellen zu generieren, mit denen sich diese Vermutung überprüfen lassen. „Dazu werde ich im Labor verschiedene sogenannte Leukämiemodelle herstellen. Das bedeutet, dass wir aus verschiedenen gesunden Vorläuferzellen per Gentransfer Leukämiezellen generieren. Die daraus resultierenden Zellpopulationen werden dann eingehend charakterisiert und ihre Empfindlichkeit gegenüber aktuellen Behandlungsansätzen untersucht, also zum Beispiel kombinierte Chemo- und Immuntherapien“, sagte Pieper.
Mit diesen mechanistischen Untersuchungen legt die Doktorandin laut CAU einen wichtigen Grundstein, um mit der Frage der Zellidentität eine bislang wenig erforschte Besonderheit bei akuten Leukämien besser zu verstehen. „Unser Ziel ist letztlich die Etablierung einer abgestimmten Kombinationstherapie für die multilineäre ALL“, wurde Dr. Lorenz Bastian von der Klinik für Innere Medizin II mit den Schwerpunkten Hämatologie und Onkologie, Teilprojektleiter in der KFO CATCH ALL, in einer Mitteilung der CAU zitiert.
Wichtiger Baustein für umfassenderes Verständnis
„In der kürzlich gestarteten zweiten Förderphase der Forschungsgruppe CATCH ALL wollen wir insgesamt die Wechselwirkungen zwischen bösartig veränderten Zellen und ihrer zellulären Umgebung im dreidimensionalen Zusammenhang des Gewebes besser verstehen. Forschungsarbeiten anhand von Zellmodellen wie im Promotionsprojekt von Carla Pieper liefern dabei wichtige Bausteine, um langfristig ein umfassenderes Verständnis der Krankheitsbiologie und darauf aufbauend neue Ansätze für innovative Immuntherapien für ALL-Patientinnen und Patienten aller Altersgruppen zu entwickeln“, fasste Bastian zusammen. (PM/RED)












