Forschungspreis für Mats Ingmar Fortmann
Rund die Hälfte der extrem frühgeborenen Kinder mit einem Geburtsgewicht unter 1.000 Gramm entwickeln chronische Lungenerkrankungen. Fortmann und sein Team untersuchen frühe Einflussfaktoren und Biomarker, um betroffene Kinder möglichst früh unterstützen zu können. Der mit 15.000 Euro dotierte Preis wurde im Rahmen der GPP-Jahrestagung in Berlin verliehen.
Ziel: Biomarker identifizieren, die auf erhöhtes Risiko hinweisen
Bei der ausgezeichneten interdisziplinären IRoN-Studie („Immunoregulation of the Newborn“) werden Frühgeborene nach ihrer Entlassung mit drei, zwölf und 24 Monaten sowie mit sechs und elf Jahren wieder untersucht. Ziel ist es, Biomarker zu identifizieren, die auf ein erhöhtes Risiko für chronische Lungenerkrankungen hinweisen. „Frühgeborene haben ganz andere Voraussetzungen für die Entwicklung eines gesunden Mikrobioms als reif geborene Kinder. Sie kommen häufig per Kaiserschnitt zur Welt, erhalten öfter Antibiotika und verbringen ihre ersten Lebenswochen im Krankenhaus. All das kann beeinflussen, welche Mikroorganismen ihre Körper besiedeln“, wurde Fortmann in einer Presseerklärung der beiden Gesellschaften zitiert.
Zusammenspiel muss noch besser verstanden werden
Diese Mikroorganismen spielen eine wichtige Rolle für die Reifung des Immunsystems und die Lungengesundheit der Kinder. Die Forschenden sammeln deshalb bei den jeweiligen Untersuchungen Proben von beispielsweise Stuhl, kleine Blutmengen oder Rachenabstriche und untersuchen gleichzeitig die Lungenfunktion der Kinder. „Unser Ziel ist es, das Zusammenspiel von Mikrobiom, Immunsystem und Lungenentwicklung besser zu verstehen. Wenn wir früh erkennen, welche Kinder ein besonders hohes Risiko haben, können wir sie gezielter unterstützen“, so Fortmann.
Preisgeld wird für modernere Analyseverfahren verwendet
Denkbar seien etwa gezieltere Therapien oder Maßnahmen zur Förderung eines gesunden Mikrobioms. Das Preisgeld soll unter anderem dazu genutzt werden, modernere Analyseverfahren für das Mikrobiom einzusetzen. Neue metagenomische Methoden erlauben dann nicht nur Aussagen darüber, welche Bakterien im Darm vorkommen, sondern auch, welche Funktionen sie erfüllen.
Preis soll zu einer besseren Versorgung verhelfen
Die Deutsche Lungenstiftung und die Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie loben gemeinsam den Johannes-Wenner-Forschungspreis in Höhe von 15.000 Euro aus. Ziel des Preises ist es, Forschungs- und Projektarbeiten von Mitgliedern der Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie zu unterstützen, um die Versorgung und Behandlung von Kindern mit Lungenerkrankungen zu verbessern. Der Johannes-Wenner-Forschungspreis richtet sich vor allem an Ärztinnen und Ärzte sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler – Einzelpersonen oder Teams –, die Themen der pädiatrischen Pneumologie sowohl im klinischen Bereich wie auch im Grundlagenbereich bearbeiten möchten. (PM/RED)












