Ehrenbürgerwürde für Dr. Uwe Denker
2010 gründete der Allgemeinmediziner die Praxis ohne Grenzen in Bad Segeberg, die zum Vorbild für Pendants in vielen weiteren Städten des Landes wurde. Die Praxen helfen Menschen, die keinen ausreichenden Krankenversicherungsschutz haben und medizinische Hilfe benötigen. In den Praxen ohne Grenzen erhalten sie anonym und kostenlos medizinische Behandlung. Ärzte, Ärztinnen und das gesamte Personal in den Praxen leisten ihre Hilfe ehrenamtlich.
Zahlreiche Auszeichnungen
Für sein außergewöhnliches Engagement war der heute 88-Jährige bereits mehrfach ausgezeichnet worden. So ist Denker u.a. mit dem Bundesverdienstkreuz und 2022 mit der damals erstmals verliehenen Verdienstmedaille der Ärztekammer Schleswig-Holstein geehrt worden. In den Medien wurde er wegen seines unermüdlichen Einsatzes als „Held des Nordens“ im NDR und als „Arzt der Armen“ in der Bild-Zeitung bekannt. Vor seinem ehrenamtlichen Engagement war Denker von 1976 bis 2005 als Allgemeinmediziner und als Kinderarzt in Bad Segeberg niedergelassen.
Prominente Gäste
Bei der Verleihung im Bürgersaal des Bad Segeberger Rathauses wurde die Wertschätzung für sein Wirken deutlich. Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Der frühere Ministerpräsident Peter Harry Carstensen und Augenarzt Dr. Heino Hansen würdigten Denker genauso wie Bürgermeister Toni Köppen. Denkers Initiative, so hieß es, mache auf eine unbequeme Realität aufmerksam: Auch in einem leistungsfähigen und solidarisch finanzierten Gesundheitssystem gebe es Menschen, die durch dessen Sicherungsmechanismen fallen.
Auch die Ärztekammer Schleswig-Holstein war bei der Ehrung dabei. Christoph Fülscher, kaufmännischer Geschäftsführer der Ärztekammer, bedankte sich bei Denker im Namen der Ärztekammer mit einem Präsent für dessen jahrzehntelanges Wirken als Arzt und für seine ehrenamtliche Leistung.
Hilfesuchender Mensch im Mittelpunkt
Die Würdigung hat aus Sicht der Ärzteschaft eine besondere Bedeutung. Denkers Engagement zeige exemplarisch, dass ärztliche Verantwortung nicht an der Tür einer Praxis und auch nicht mit dem Ende der eigenen Berufstätigkeit aufhören muss. Die „Praxis ohne Grenzen“ sei Ausdruck eines ärztlichen Ethos, das den hilfesuchenden Menschen in den Mittelpunkt stellt – unabhängig von Versicherungsstatus, sozialer Lage oder finanziellen Möglichkeiten. (PM/RED)
In insgesamt 8 Praxen ohne Grenzen in Schleswig-Holstein behandeln Ärztinnen und Ärzte ehrenamtlich Menschen, die ohne Krankenversicherungsschutz sind. Dr. Heiderose Hansen hilft in Preetz, wo aktuell weitere ärztliche Mitstreiter gesucht werden. Was die Ärztin antreibt, was die Arbeit in der Praxis ohne Grenzen ausmacht und welche Schicksale sie dort erlebt, schildert sie im Podcast.












