Dr. Stephan Borte ist neuer Laborleiter am FEK
Das FEK konnte mit Bortes Verpflichtung einen nahtlosen Übergang in der Leitung des Medizinischen Zentrallabors gewährleisten. Borte war zuvor sechs Jahre lang Leiter des Medizinischen Zentrallabors am Klinikum St. Georg Leipzig, einem kommunalen Krankenhaus vergleichbarer Größe und medizinischer Ausrichtung. Das dortige Labor verfügte bereits über eine breite und hochspezialisierte Struktur mit Mikrobiologie, Molekulardiagnostik, Transfusions- und Gerinnungsmedizin sowie einem durchgehend betriebenen Routinelabor für klinische Chemie, Hämatologie und Immunologie. Diese breite Erfahrung bringt Borte nun nach Neumünster mit.
Viele Stationen in Leipzig
Der neue Leiter am FEK hat in Leipzig Medizin studiert und dort auch promoviert. Anschließend arbeitete er vier Jahre am Karolinska Institutet in Stockholm im Rahmen eines postgraduierten Forschungsaufenthalts mit weiterer Promotion. Parallel dazu baute er in Leipzig eine eigene wissenschaftliche Arbeitsgruppe im Bereich der regenerativen Medizin und Immunologie auf, gefördert unter anderem durch Mittel der Deutschen Forschungsgemeinschaft und des Bundesforschungsministeriums.
An der Entwicklung eines Neugeborenenscreening beteiligt
Im Mittelpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeit stand früh die Entwicklung moderner Diagnostikverfahren zur Erkennung von Störungen des Immunsystems bei Kindern und Jugendlichen. Ziel war es, schwere Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und betroffene Familien schnell begleiten zu können. Als besonderen Erfolg wertete das FEK in einer Mitteilung Bortes Beteiligung an der Entwicklung des bundesweiten Neugeborenenscreenings auf schwere angeborene Immundefekte. Die wissenschaftlichen Grundlagen hierzu entstanden zunächst in Schweden und wurden später in Leipzig weiterentwickelt. Seit 2019 gehört dieses Screening deutschlandweit zur regulären Früherkennung bei Neugeborenen.
Erfahrungen in der Pädiatrie
Neben seiner Tätigkeit in der Labormedizin ist Borte Facharzt mit langjähriger Erfahrung in der Kinder- und Jugendmedizin. Über viele Jahre war er in Spezialsprechstunden für Immunologie, Infektiologie und Kinder Rheumatologie tätig. Seit 2021 leitete er zudem das ImmunDefektCentrum Leipzig. Sein besonderes fachliches Interesse gilt der Immunologie und der Frage, wie das Immunsystem zwischen körpereigenen und fremden Strukturen unterscheidet.
Ziel: Ein überregionales Zentrum
Am FEK verfolgt Borte das Ziel, ein überregionales Zentrum für Immunkompetenz aufzubauen. Unter dem Arbeitstitel „ImmunCompetenzCentrum Schleswig-Holstein“ soll eine Struktur entstehen, die Diagnostik, Beratung, Therapie und wissenschaftliche Zusammenarbeit enger verbindet. Davon sollen auch niedergelassene Kolleginnen und Kollegen profitieren. Geplant sind kurze Wege bei diagnostischen Fragestellungen, spezialisierte Ansprechpartner für seltene immunologische Erkrankungen sowie eine enge fachliche Vernetzung zwischen ambulanter und stationärer Versorgung. Perspektivisch soll das Zentrum zudem Patientinnen und Patienten mit erworbenen Immundefekten begleiten etwa im Zusammenhang mit modernen Therapien in der Onkologie, Rheumatologie, Neurologie oder Nephrologie.
Der Wechsel nach Schleswig-Holstein hatte für Borte auch persönliche Gründe - seine Frau führt in dritter Generation eine hausärztliche Praxis in Rendsburg. (PM/RED)












