DGAI ehrte Jan-Thorsten Gräsner
Gräsner erhielt die Ehrennadel „in Anerkennung seiner herausragenden Verdienste um die Notfall- und Rettungsmedizin sowie seines langjährigen zukunftsweisenden Engagements in der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin", wie es hieß. er Er habe die Notfallmedizin durch wissenschaftliche Exzellenz, strukturellen Gestaltungswillen und internationale Vernetzung entscheidend geprägt. Gräsner sei „ein leidenschaftlicher und unermüdlicher Vertreter seines Fachs, der Entwicklungen früh erkennt, Impulse setzt und diese mit außergewöhnlichem Engagement in unterschiedlichste Kontexte trägt".
Seit 2015 Direktor des IRuN
Gräsner wurde 2010 zum Ärztlichen Leiter Notfallmedizin des UKSH ernannt. Seit August 2015 ist er Direktor des von ihm maßgeblich mit aufgebauten Instituts für Rettungs- und Notfallmedizin (IRuN) des UKSH an den Standorten Kiel und Lübeck. Mit seiner Habilitation 2012 zum Aufbau und zur Analyse eines Reanimationsregisters sowie der außerplanmäßigen Professur 2018 legte er die wissenschaftliche Grundlage seiner weiteren Arbeit. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Reanimation, Versorgungsforschung und Katastrophenmedizin. Mit über 300 Publikationen, zahlreichen Buchbeiträgen, Herausgeberschaften und Fachbeiträgen zählt er zu den international sichtbaren Stimmen seines Fachgebiets. Auch in der Leitlinienentwicklung ist Gräsner maßgeblich beteiligt und wirkte an internationalen Reanimationsleitlinien sowie zentralen nationalen Empfehlungen mit.
Sprecher des Deutschen Reanimationsregisters
Ein Schwerpunkt seiner Arbeit ist der Aufbau und die Weiterentwicklung von Registern und Versorgungsstrukturen. Das 2007 gestartete Deutsche Reanimationsregister der DGAI entwickelte er maßgeblich mit und führt es seit 2011 als dessen Sprecher. Auf europäischer Ebene koordiniert er seit 2012 das Reanimationsregister EuReCa des European Resuscitation Council und baute ein internationales Netzwerk von Reanimationsregistern (GOHCAR) auf. Für dieses Engagement und die internationale Vernetzung erhielt er 2017 den renommierten Ian G. Jacobs Award der American Heart Association – eine der weltweit bedeutendsten Auszeichnungen in der Reanimationsforschung.
Wenn es um Leben und Tod geht, zählt jede Sekunde. Deshalb gibt es Experten, Studien und Register. Zugleich ist es aber auch ein Thema für Laien. Prof. Jan-Thorsten Gräsner hat beides im Blick: Der Direktor des Instituts für Rettungs- und Notfallmedizin (IRuN) am UKSH tauscht sich international darüber aus, wie Reanimationsregister verbessert werden könnten. Er macht sich aber auch Gedanken, wie das Thema Wiederbelebung in die Schulen getragen werden könnte.
Zahlreiche weitere Ämter
Sein Engagement in der DGAI prägt seit mehr als zwei Jahrzehnten die Notfallmedizin. Seit 2001 Mitglied der Fachgesellschaft, engagierte er sich seit 2003 im Wissenschaftlichen Arbeitskreis Notfallmedizin, den er von 2015 bis 2023 als Sprecher leitete. 2023 bis 2024 war er zudem Sprecher der Sektion Notfallmedizin und in dieser Funktion ein zentraler Berater des Präsidiums sowie Delegierter der DGAI in maßgeblichen Gremien. Parallel bringt er seine Expertise auch in den Berufsverband Deutscher Anästhesistinnen und Anästhesisten ein, dessen Präsidium er seit 2014 als Vertreter der Notfallmedizin angehört.
Wichtige Treffen initiiert
Seit 2005 verantwortet Gräsner die „Wissenschaftlichen Arbeitstage Notfallmedizin“ in Kiel, hat 2014 die „Bad Boller Reanimations- und Notfallgespräche“ mitbegründet und zu einem zentralen interprofessionellen Forum der Notfall- und Reanimationsmedizin entwickelt und war 2024 in führender Rolle an der Formulierung der Zukunftspapiere zur Notfallmedizin von DGAI und BDA beteiligt. Mit der Resuscitation Academy Deutschland (RAD) initiierte er unter dem Dach der DGAI ein strukturiertes Programm zur Verbesserung der Reanimationsversorgung, das er zuletzt mit der weltweit ersten innerklinischen Resuscitation Academy (iRAD) konsequent auf die innerklinische Versorgung übertrug.
Engagement über die Fachgesellschaft hinaus
Gräsner bringt seine Expertise auch in gesundheitspolitische und strukturelle Prozesse ein. Während der COVID-19-Pandemie war an der Entwicklung und Umsetzung des bundesweiten Kleeblattkonzepts zur strategischen Patientenverlegung beteiligt. Darüber hinaus engagiert er sich im Kontext internationaler Krisenlagen, etwa dem Krieg in der Ukraine, und setzt sich intensiv für die Stärkung der Krisenresilienz und Einsatzbereitschaft von Anästhesiologie und Notfallmedizin in Vorbereitung auf besondere Versorgungslagen ein. (PM/RED)












