Drei Männer stehen nebeneinander. De mittlere hält eine Urkunde in den Händen und zeigt sie in die Kamera.
Prof. Dieter Kabelitz (Vorsitzender der Deutschen Autoimmun-Stiftung), Preisträger Dr. André Franke, Prof. Ulrich Fölsch (stellvertretender Vorsitzender der Stiftung (von links) © Julie Pantel

Deutsche Autoimmun-Stiftung zeichnet Wissenschaftler aus Kiel und Lübeck aus

Prof. Andre Franke aus Kiel hat den Nils-Ilja-Richter-Preis der Deutschen Autoimmun-Stiftung für eine Studie zur Rolle des Epstein-Barr-Virus bei einer seltenen Lebererkrankung erhalten. Mit einem Forschungsstipendium für einen innovativen Therapieansatz gegen Autoimmunerkrankungen der Haut wurde Dr. Leon Schmidt-Jiménez vom Lübecker Institut für Experimentelle Dermatologie (LIED) am UKSH Lübeck ausgestattet.

Die Deutsche Autoimmun-Stiftung fördert Forschung, die neue Wege in der Diagnostik und Therapie von Autoimmunerkrankungen öffnet. Bei einer Feierstunde in Kiel wurden zwei Wissenschaftler des Exzellenzclusters Precision Medicine in Chronic Inflammation (PMI) ausgezeichnet, deren Arbeiten diesen Anspruch einlösen.

Antikörper, die spezifisch auf das Epstein-Barr-Virus reagieren
Prof. Andre Franke, Direktor des Instituts für Klinische Molekularbiologie (IKMB) an der Kieler Christian-Albrechts-Universität, und sein Team untersuchten mehr als 1.400 Personen und identifizierten Immunzellen als auch Antikörper, die spezifisch auf das Epstein-Barr-Virus (EBV) reagieren und die bekannten genetischen Risikofaktoren der primär sklerosierenden Cholangitis (PSC) einbeziehen. Ergänzende Analysen elektronischer Gesundheitsdaten von über 116 Millionen Menschen zeigten: Wer das Pfeiffersche Drüsenfieber  durchgemacht hat, erkrankt deutlich häufiger an PSC. Die Studie legt nahe, dass EBV-reaktive Immunzellen durch molekulare Mimikry körpereigenes Gallengangsgewebe angreifen könnten – ein Befund, der neue diagnostische Marker und gezielte Therapieansätze eröffnet.

Erster Schritt zu einer gezielten Therapie
„Unsere Daten deuten darauf hin, dass eine frühere EBV-Infektion das Immunsystem so prägen und beeinflussen kann, dass es später körpereigenes Gallengangsgewebe angreift. Das ist ein erster wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer gezielten Therapie für eine Erkrankung, bei der wir bislang kaum etwas anbieten können“, wurde Franke in einer Mitteilung des PMI zitiert.
Für diese Arbeit erhielt Franke den Nils-Ilja-Richter-Preis der Deutschen Autoimmun-Stiftung, der für herausragende Forschung zur Pathogenese und Therapie von Autoimmunerkrankungen vergeben wird. Aus zwölf Bewerbungen wählte ein Gutachtergremium aus externen Mitgliedern des wissenschaftlichen Beirats seine Arbeit aus.

„Die Qualität der eingereichten Bewerbungen war außergewöhnlich hoch. Die Arbeit von Prof. Franke hat das Gutachtergremium überzeugt, weil sie nicht nur einen grundlegenden Mechanismus aufdeckt, sondern auch konkrete Ansätze für neue Therapien eröffnet – dies entspricht genau den Vorstellungen, die wir mit der Verleihung des Nils-Ilja Richter Preises verfolgen“, sagte Prof. Dieter Kabelitz, Vorsitzender der Deutschen Autoimmun-Stiftung.

Präziser gegen Autoimmunerkrankungen
Dr. Leon Schmidt-Jiménez vom Lübecker Institut für Experimentelle Dermatologie (LIED) am UKSH Lübeck entwickelt maßgeschneiderte Antikörperkonstrukte, die gezielt krankmachende Immunzellen erkennen und T-Zellen des Immunsystems zu ihrer Eliminierung rekrutieren. In präklinischen Studien im Mausmodell konnte das Konzept erfolgreich erprobt werden. Prinzipiell ließe sich der Ansatz auf andere Autoimmunerkrankungen übertragen, bei denen das auslösende Antigen bekannt ist, hieß es weiter.

Für die nächste Phase seiner Forschung erhielt Schmidt-Jiménez das Kurzzeit-Forschungsstipendium der Deutschen Autoimmun-Stiftung, das ihm einen Forschungsaufenthalt am Department of Dermatology des Rush University Medical Center in Chicago ermöglicht, wo das Modellsystem bereits im Labor etabliert ist. (PM/RED)

Weitere Personalien
Junger Mann mit Bart und Brille im weißen Kittel schaut lächelnd in die Kamera.
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Gruppenfoto mit zwei Frauen links im Bild und zwei Männern auf der rechten Seite. Alle stehen eng beieinander und schauen direkt in die Kamera. Der Mann ganz rechts trägt blaue Klinikkleidung.
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