Mann mit dunklen Haaren und Brille steht vor einem Fenster in einem hellen Raum und schaut in die Kamera.
Sören Schmidt-Bodenstein © TK

Zusammenarbeit stellt Versicherte nicht zufrieden

Die Zusammenarbeit der Akteure bei einer medizinischen Behandlung ist nach Ansicht von 38 Prozent der Versicherten in Schleswig-Holstein nicht optimal. 55 Prozent fehlt eine klare Ansprechperson, die den Fortschritt der Behandlung im Blick hat und bei Fragen und Problemen ansprechbar ist. Dies ergab eine repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK).

Bei 60 Prozent der Betroffenen kam es laut Umfrage außerdem zu langen Wartezeiten zwischen Terminen, die die Behandlung verzögerten. Von den Befragten, bei denen die Zusammenarbeit der Akteure nicht wie gewünscht lief, gaben 70 Prozent an, dass wichtige Informationen nicht rechtzeitig vorlagen. Bei 65 Prozent wurden wichtige Informationen falsch oder unvollständig weitergegeben, 60 Prozent hatten keine Informationen darüber, was der nächste Behandlungsschritt sein sollte. Ein Drittel von ihnen (34 Prozent) erlebte unnötige Doppeluntersuchungen.

TK setzt auf die ePA
Sören Schmidt-Bodenstein, Leiter der TK-Landesvertretung, setzt die elektronische Patientenakte (ePA) als zentrales Tool, um Doppeluntersuchungen zu vermeiden und den notwendigen Informationsfluss zu verbessern. Sie müsse fester Bestandteil im Behandlungsalttag werden. „Die ePA ist der zentrale, digitale Speicher für Diagnosen, ärztliche Berichte und Medikation. Zum Beispiel könnte nach einem stationären Aufenthalt der Entlassungsbrief sofort in die ePA eingespielt werden, sodass die weiterbehandelnde Praxis Zugriff auf alle wichtigen Informationen hat und die Therapie nahtlos fortführen kann”, wurde Schmidt-Bodenstein von der TK zitiert. 

Auch die Ärzteschaft sieht Schwachstellen
Die diskutierte Einführung eines Primärversorgungssystems bezeichnete Schmidt-Bodenstein als „richtigen Ansatz, um die Versorgung strukturierter zu gestalten, mit klaren Behandlungswegen und Verantwortlichkeiten.” Zu effizienteren Abläufen werde das aber erst nach Einführung einer standardisierten medizinischen Ersteinschätzung führen. Die Zusammenarbeit zwischen den Gesundheitsberufen stellt auch viele Ärztinnen und Ärzte nicht zufrieden. Dr. Christine Schwill aus dem Vorstand der Ärztekammer Schleswig-Holstein hat kürzlich in einem Interview auf das Defizit hingewiesen. (PM/RED)

Weitere Meldungen
Fünf Menschen, alle im weißen Kittel, stehen auf einer Grünfläche vor einem Krankenhaus. In der Mitte steht eine Frau, alle anderen Personen sind Männer.
Prof. Joachim Weil, Dr. Tolga Agdirlioglu, Natascha Ritter, Dr. Jens Schaumberg, Dr. Olaf Krahnefeld (v.l.) © Sana Kliniken Lübeck
15.06.2026

Mit einem neuen Herz-Hirn-Board intensivieren die Sana Kliniken Lübeck die fachübergreifende…

Frau mit mittellangen Haaren trägt einen blauen Blazerund eni weißes Shirt. Sie schaut frontal in die Kamera.
Prof. Kerstin von der Decken © Frank Peter
12.06.2026

Die Gesundheitsministerkonferenz der Länder (GMK) hat eine Vielzahl von Beschlüssen gefasst, die bei…

Ein großes Gebäude, imVordergrund mit Glas und einem niedrigeren roten Teil. Links und rechts davon stehen höhere weiße Gebäude.
Das UKSH in Kiel: Auch die Ärztinnen und Ärzte am UKSH profitieren von der Tarifeinigung. © UKSH
10.06.2026

Die Gewerkschaft Marburger Bund (MB) und die Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) haben sich auf…

Eine ältere Frau zieht ein Terraband über dem Kopf auseinander. Sie wird dabei von einer hiter ihr stehenden jüngeren Frau unterstützt. Beide lächeln.
© AOK Colourbox/hfr
09.06.2026

Die Ausgaben für Heilmittel in Schleswig-Holstein steigen. Im Jahr 2024 haben die gesetzlichen…

Ein langer weißer Wohnwagen mit blauer Aufschrift ("Blutspendemobil") steht vor einem großen Gebäude. Die Tür des Wohnwagens ist geöffent, davor ist ein Aufsteller platziert.
Das Blutspendemobil bei der Präsentation vor dem UKSH © UKSH
08.06.2026

Das UKSH hat ein Blutspendemobil vorgestellt, das in Kürze starten soll. Ziel ist es, Blutspenden…

platzhalter_aerzteblatt
08.06.2026

Zum Tag der Organspende gab es am 6. Juni auch in Schleswig-Holstein eine hohe Aufmerksamkeit für…