Zusammenarbeit stellt Versicherte nicht zufrieden
Bei 60 Prozent der Betroffenen kam es laut Umfrage außerdem zu langen Wartezeiten zwischen Terminen, die die Behandlung verzögerten. Von den Befragten, bei denen die Zusammenarbeit der Akteure nicht wie gewünscht lief, gaben 70 Prozent an, dass wichtige Informationen nicht rechtzeitig vorlagen. Bei 65 Prozent wurden wichtige Informationen falsch oder unvollständig weitergegeben, 60 Prozent hatten keine Informationen darüber, was der nächste Behandlungsschritt sein sollte. Ein Drittel von ihnen (34 Prozent) erlebte unnötige Doppeluntersuchungen.
TK setzt auf die ePA
Sören Schmidt-Bodenstein, Leiter der TK-Landesvertretung, setzt die elektronische Patientenakte (ePA) als zentrales Tool, um Doppeluntersuchungen zu vermeiden und den notwendigen Informationsfluss zu verbessern. Sie müsse fester Bestandteil im Behandlungsalttag werden. „Die ePA ist der zentrale, digitale Speicher für Diagnosen, ärztliche Berichte und Medikation. Zum Beispiel könnte nach einem stationären Aufenthalt der Entlassungsbrief sofort in die ePA eingespielt werden, sodass die weiterbehandelnde Praxis Zugriff auf alle wichtigen Informationen hat und die Therapie nahtlos fortführen kann”, wurde Schmidt-Bodenstein von der TK zitiert.
Auch die Ärzteschaft sieht Schwachstellen
Die diskutierte Einführung eines Primärversorgungssystems bezeichnete Schmidt-Bodenstein als „richtigen Ansatz, um die Versorgung strukturierter zu gestalten, mit klaren Behandlungswegen und Verantwortlichkeiten.” Zu effizienteren Abläufen werde das aber erst nach Einführung einer standardisierten medizinischen Ersteinschätzung führen. Die Zusammenarbeit zwischen den Gesundheitsberufen stellt auch viele Ärztinnen und Ärzte nicht zufrieden. Dr. Christine Schwill aus dem Vorstand der Ärztekammer Schleswig-Holstein hat kürzlich in einem Interview auf das Defizit hingewiesen. (PM/RED)






