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Weniger Grippeimpfungen in Schleswig-Holstein

Ein Rückgang um weitere acht Prozent bei den Grippeimpfungen in Schleswig-Holstein und hohe Krankheitskosten alarmieren die Barmer. Über die Gründe für die Impfmüdigkeit rätselt auch die Krankenkasse.

2024 erhielten laut Auswertung der Barmer rund 318.000 gesetzlich versicherte Menschen in Schleswig-Holstein eine Grippeschutzimpfung in einer Arztpraxis. Dies sind rund acht Prozent weniger als im Vorjahr und fast 16 Prozent weniger als 2020. Der Effekt aus der Corona-Pandemie für die Impfbereitschaft ist damit verpufft.
Die Entwicklung bereitet der Krankenkasse Sorgen.  „Grippe verursacht Schäden in Milliardenhöhe. Durch die Behandlungskosten, aber vor allem durch die Arbeitsausfälle. Eine höhere Impfquote könnte wirtschaftliche Schäden mindern und schwere Krankheitsverläufe verhindern“, wurde Torsten Nowak, Landespressesprecher der Barmer im Norden, in einer Mitteilung seiner Kasse zitiert. Er appellierte an die Bevölkerung, sich in Arztpraxen, Apotheken oder Gesundheitsämtern impfen zu lassen. Auch Betriebe sollten die Impfquote ihrer Belegschaft erhöhen.

Auswertung
Die Auswertung der Krankenkasse zeigt, dass die Grippesaison 2024/2025 Schleswig-Holstein härter als in den Vorjahren getroffen hatte. In der Kalenderwoche 9/2025 registrierte die Barmer 31 grippebedingte Krankschreibungen je 10.000 Versicherte. Während der Grippewelle 2023/2024 waren es in der Spitze nur elf je 10.000. Laut WHO und EU sollten 75 Prozent der Risikogruppen gegen Influenza geimpft sein, darunter Schwangere, chronisch Kranke und Menschen über 60. Laut Robert-Koch-Institut erhielten 2023/2024 bundesweit nur 38,2 Prozent der Älteren eine Grippeschutzimpfung, in Schleswig-Holstein waren es 47,4 Prozent. „Die Impfung ist die beste Prävention. Dass so wenige sie nutzen, um sich und andere zu schützen, ist unverständlich“, sagte Nowak.

Erklärungsversuche
Warum sich in Schleswig-Holstein weniger als die Hälfte der Berechtigten impfen lässt, bleibt unklar. Nowak nennt als mögliche Gründe Skepsis, Vergessen oder organisatorische Hürden in Praxen. „Unser Arzneimittelreport zeigt große Unterschiede bei der Impfbereitschaft der Hausarztpraxen. Das deutet darauf hin, dass nicht alle Praxen die Impfung gleichermaßen anbieten“, so Nowak. (PM/RED)

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