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Weniger Antibiotika in Schleswig-Holstein

Schleswig-Holsteinische Ärztinnen und Ärzte haben im vergangenen Jahr 890.000 Rezepte über Antibiotika zur systemischen Anwendung verordnet. Laut Auswertung der AOK Nordwest ist die Zahl der Verordnungen im Vergleich zum Vorjahr um 6,1 Prozent gesunken. Schon 2024 waren die Verordnungszahlen (945.000 Verordnungen) im Vergleich zum Vorjahr (1,002 Millionen Verordnungen) rückläufig.

AOK-Chef Tom Ackermann verband die Veröffentlichung der Zahl mit dem Appell, Antibiotika zurückhaltend und verantwortungsbewusst einzusetzen.  Ärzte, Apotheker und Patienten könnten gleichermaßen dazu beitragen, dass Antibiotika sinnvoll verwendet werden. Er verwies darauf, dass auch Wahl und Dosierung von Wirkstoffen von großer Bedeutung seien, um Resistenzen nicht unnötig zu fördern. 

Als Beispiel für rückläufige Verordnungszahlen nannte die AOK Cefuroxim, ein Betalaktam-Antibiotikum, das bei unterschiedlichen bakteriellen Infektionen zum Einsatz kommen kann. Bei oraler Verabreichung des häufig eingesetzten Antibiotikums sei eine schlechte Bioverfügbarkeit festzustellen. Das bedeute, dass nur etwas mehr als die Hälfte der Wirkstoffe vom Körper aufgenommen werden könnten. Die Konzentration des Antibiotikums sei dann für viele Erreger zu gering. Ohne ausreichenden Wirkspiegel steige die Gefahr der Resistenzbildung. Vor diesem Hintergrund begrüßte es die AOK, wenn geeignetere Antibiotika eingesetzt werden. „Bei der Wahl des Antibiotikums wird inzwischen genauer hingeschaut“, wurde der AOK-Chef in einer Mitteilung zitiert. Die vorliegenden Zahlen scheinen das zu unterstreichen: Im Jahr 2022 wurden in Schleswig-Holstein noch rund 74.000 Verordnungen über Cefuroxim ausgestellt, im Jahr 2025 waren es nur noch 54.000 Verordnungen. Die Bemühungen der Ärzteschaft, Antibiotika-Resistenzen entgegen zu wirken, haben in den vergangenen Jahren zugenommen, u.a. gibt es zu diesem Thema Fortbildungen. (PM/RED)

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