Primärversorgungspraxen: Schleswig-Holsteiner mehrheitlich dafür
Hintergrund sind Vorschläge von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken, wonach sogenannte Primärversorgungspraxen als verlässliche Anlaufpunkte fungieren sollen, über die der Zugang zu Fachärztinnen und -ärzten gesteuert wird. Ausgenommen sind Termine bei Zahn-, Frauen- und Kinderärzten. „Unsere Umfrageergebnisse machen deutlich, dass die angestrebte Reform von den Menschen in Schleswig-Holstein mehrheitlich befürwortet wird“, sagte AOK-Vorstandschef Tom Ackermann. „Wir müssen noch deutlicher machen, dass eine gezielte Steuerung Vorteile für alle gesetzlich Versicherten bringt, in erster Linie schnellere Facharzttermine nach Bedarf und Dringlichkeit sowie eine effizientere Nutzung der Ressourcen“, so Ackermann. Das sei mit Blick auf die Beitragssatzentwicklung, aber auch wegen des Fachkräftemangels und der Überalterung der Gesellschaft essenziell.
Knackpunkt Terminvergabe
82 Prozent der Befragten wünschten sich eine am Bedarf ausgerichtete Terminvergabe. Das mache mehr als deutlich, welche Fehlentwicklungen es aktuell bei der Terminvergabe gebe, kritisierte der AOK-Chef. 74 Prozent der befragten gesetzlich Krankenversicherten wünschen sich eine aktive Unterstützung bei der Terminsuche durch ihre Krankenkasse. „Wir würden es begrüßen, wenn die Krankenkassen künftig zu einer besseren Versorgung beitragen. Das setzt aber voraus, dass die Rahmenbedingungen dies zulassen und beispielsweise freie Termine verbindlich in einen Terminpool eingestellt werden würden“, sagte Ackermann.
Wunsch nach festem Ansprechpartner
Reformbedarf gibt es aus Sicht der AOK auch bei der grundsätzlichen Komplexität der ambulanten Versorgung, die viele Menschen überfordere. 80 Prozent der Befragten wünschten sich einen festen Ansprechpartner, der ihnen bei allen gesundheitlichen Anliegen zur Seite stehe und sie bei Bedarf durch das Gesundheitssystem lotse. Bei Menschen ab 60 Jahren liegt dieser Anteil bei 84 Prozent.
Die repräsentative forsa-Umfrage wurde im Auftrag der AOK NordWest durchgeführt. Zwischen dem 4. September und 13. September 2025 wurden 502 zufällig ausgewählte Personen ab 18 Jahren in Schleswig-Holstein in Kombination von telefonischer Befragung und Online-Erhebung befragt. (PM/RED)





