TK: Ärztlicher Bereitschaftsdienst wenig genutzt
36 Prozent der Menschen in Schleswig-Holstein hatte in den vergangenen drei Jahren außerhalb der Praxisöffnungszeiten plötzliche Beschwerden. 41 Prozent von ihnen gingen damit in die Notaufnahme, einen Krankenwagen über die 112 haben 21 Prozent der Betroffenen gerufen. 20 Prozent haben abgewartet, bis ihre Arztpraxis wieder geöffnet hatte. Die Angebote des ärztlichen Bereitschaftsdienstes werden dagegen nur selten genutzt: Neun Prozent riefen die 116 117 an, vier Prozent suchten direkt eine Bereitschaftspraxis auf.
TK kritisiert fehlende Orientierung
Diese Zahlen aus einer forsa-Umfrage veröffentlichte die Landesvertretung der Techniker Krankenkasse, die sich zugleich eine andere Inanspruchnahme wünschen würde. „Unsere Zahlen zeigen: Die bisherigen Strukturen unseres Gesundheitssystems lassen die Menschen im Zweifel oft ohne klare Orientierung. Die Notfallreform ist die Chance, dieses Nebeneinander von Anlaufstellen besser zu ordnen und Hilfesuchende gezielt in die für sie richtige Versorgung zu bringen“, wurde Sören Schmidt-Bodenstein, Leiter der TK-Landesvertretung Schleswig-Holstein, in einer Mitteilung der Landesvertretung zitiert.

Gesetzesentwurf zur Notfallreform liegt vor
Der im Bundeskabinett beschlossene Entwurf eines Gesetzes zur Reform der Notfallversorgung sieht unter anderem eine Vernetzung der Rufnummern der Rettungsleitstelle 112 sowie der Akutleitstelle der Kassenärztlichen Vereinigung 116 117 vor. Außerdem sollen Integrierte Notfallzentren (INZ) an geeigneten Krankenhausstandorten aufgebaut werden. Eine qualifizierte Ersteinschätzung soll die Menschen auf Grundlage ihrer Symptome schnellstmöglich in die für sie passende Versorgung führen. „Die Notfallreform ist eine große Chance, die oft unübersichtlichen Versorgungswege klarer zu ordnen“, sagte Schmidt-Bodenstein. (PM/RED)






