Schwangerschaftsabbruch: Diakonie sieht Lücken in der Versorgung
Für Frauen, die sich für einen Schwangerschaftsabbruch entscheiden, halten die diakonischen Beratungsstellen die medizinische Versorgungslage vielerorts für bedenklich. „Es kommt wiederholt zu Engpässen, Wartezeiten und langen Anfahrtswegen“, zitiert der Wohlfahrtsverband Silke Willer, Referentin für Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung beim Diakonischen Werk Schleswig-Holstein. Hinzu komme, dass sich weniger Ärztinnen und Ärzte bereit erklärten, Abbrüche vorzunehmen. „Für die betroffenen Frauen verschärfen diese Umstände die Notlage. Sie laufen Gefahr, die Drei-Monats-Frist für einen Abbruch nicht einhalten zu können“, sagte Willer.
Die Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberaterinnen der Diakonie setzen sich deshalb für eine gute und flächendeckende Versorgung der Frauen ein. “Wenn alle Voraussetzungen für einen straffreien Abbruch erfüllt sind, sollten Frauen wohnortnah einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen können. Aus Sicht der Diakonie sollte dieser Eingriff anders als bisher geregelt von den Krankenkassen übernommen werden. Die Entscheidung einer Frau für oder gegen einen Abbruch dürfe nicht von der Höhe des Einkommens abhängen”, hieß es in einer Mitteilung der Diakonie.
Schwangerschaftsabbrüche unterliegen in Deutschland gesetzlichen Vorgaben. So ist es beispielsweise Pflicht, vor dem Schwangerschaftsabbruch eine Beratung aufzusuchen, und dass der Abbruch von einer Ärztin oder einem Arzt vorgenommen wird. Die Diakonie bietet in ganz Schleswig-Holstein Schwangerschaftskonfliktberatungen an. Diese verlaufen nach deren Angaben ergebnisoffen. Neben der Beratung zu einem Schwangerschaftsabbruch bieten die Stellen auch Beratung zu weiteren Themenfeldern von Schwangerschaft und Geburt an. Sie begleiten und unterstützen Frauen und Paare u.a. in Fragen zu einem Kinderwunsch, zum Verlauf einer Schwangerschaft und zur Geburt. (PM/RED)





