Rendsburger Luftretter setzen erstmals Blutprodukte ein
Im ersten Fall war ein 18-jähriger Mann als Insasse eines Pkw in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt und musste mit Unterstützung der Feuerwehr aus dem Fahrzeug befreit werden. Aufgrund seiner schweren Mehrfachverletzungen und des damit verbundenen Blutverlusts war sein Kreislauf instabil. Noch an der Einsatzstelle erhielt der Patient Erythrozytenkonzentrate und Plasma. Zusätzlich wurde er vor Ort chirurgisch versorgt und künstlich beatmet. Durch die Gabe der Blutprodukte konnte sein Kreislauf stabilisiert und der Patient anschließend sicher in das Zielkrankenhaus transportiert werden.
Erneuter Unfall nur zwei Tage später
Nur zwei Tage später wurde Christoph 42 erneut zu einem ähnlichen Unfall alarmiert. Wieder war ein 18-jähriger Mann als Pkw-Insasse schwer verletzt worden und musste zunächst mit Unterstützung der Feuerwehr aus dem Fahrzeug befreit werden. Auch in diesem Fall führten schwere Mehrfachverletzungen mit erheblichem Blutverlust zu einer Kreislaufinstabilität. Der Patient wurde noch an der Einsatzstelle chirurgisch versorgt und künstlich beatmet und erhielt Erythrozytenkonzentrate. Auch bei ihm konnte der Kreislauf durch die Transfusion stabilisiert werden, sodass ein sicherer Transport in eine Klinik möglich war.
Patienten konnten frühzeitig stabilisiert werden
„Die beiden Einsätze haben auf dramatische Weise gezeigt, welchen Unterschied eine frühzeitige Versorgung mit Blutprodukten machen kann. Eine Therapie, die im Krankenhaus zu den ersten Maßnahmen gehören kann, war in diesen Fällen bereits an der Einsatzstelle möglich. Gerade bei schweren Verletzungen mit Blutverlust können wir damit Patientinnen und Patienten bereits vor Ort stabilisieren und gut vorbereitet auf einen möglicherweise längeren Transport gehen“, wurde der leitende Hubschrauberarzt in Rendsburg, Dr. Kai Berndt, in einer Mitteilung der DRF Luftrettung zitiert.
Projekt „Heliblut“: Blutprodukte für die präklinische Versorgung
Die DRF Luftrettung sieht die Möglichkeit einer frühzeitigen Blutgabe gerade für Flächenländer von hoher Bedeutung. Christoph 42 hält im Rahmen des Projekts „Heliblut“ Blutprodukte für die präklinische Versorgung seit 1. April 2026 vor. Das Depot enthält sogenannte Universal-Blutpräparate: Erythrozytenkonzentrate der Blutgruppe 0 sowie gefriergetrocknetes Plasma der Blutgruppe AB. Die Erythrozytenkonzentrate werden von der Blutbank des Instituts für Transfusionsmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Kiel, bereitgestellt. Das Blutplasma liefert die Apotheke der Schön Klinik Rendsburg.
Projekt wird wissenschaftlich begleitet
Christoph 42 ist bundesweit die sechste Station der DRF Luftrettung, an der Blutprodukte für die präklinische Versorgung zur Verfügung stehen. 2019 startete der Rettungshubschrauber der DRF Luftrettung in Greifswald als erster in Deutschland standardmäßig mit Blut- und Plasmakonserven an Bord. Inzwischen wurde das Konzept schrittweise auf weitere Stationen ausgeweitet. Zur wissenschaftlichen Evaluation beteiligt sich die DRF Luftrettung am „Blut im Notarztdienst-Register“ (BiNAR) der BAND e.V. In Rendsburg und Niebüll sind die Hubschrauber seit April auch mit einem Bluttest ausgestattet. (PM/RED)






