Psychotherapeuten tagen in Travemünde
Günther nannte diese Kürzung eine „große Herausforderung“. Dr. Olaf Tauras, Staatssekretär im Landesgesundheitsministerium, betonte: „Der aktuelle Versorgungsbedarf zeigt unmissverständlich auf, dass es ein breites Angebot an psychotherapeutischen Leistungen braucht. Deshalb setzen sich die Länder für eine verlässliche und auskömmliche Vergütungsstruktur und für gute Bedingungen in der psychotherapeutischen Weiterbildung ein."
Tauras: Rechtsaufsicht soll Kürzung prüfen
Tauras erinnerte daran, dass der Vorsitz der Gesundheitsministerkonferenz das Bundesgesundheitsministerium aufgefordert habe, den Kürzungsbeschluss der bundesweiten Selbstverwaltung, das Honorar der ambulanten Psychotherapie um 4,5 Prozent zu kürzen, rechtsaufsichtlich zu überprüfen. Außerdem bestehe eine breite Überzeugung, so Tauras, dass die Finanzierung der Weiterbildung einer Neuregelung bedarf. Tauras: „Denn die Psychotherapie braucht angesichts der steigenden Bedarfe mehr Fachkräfte.“
Eine Kürzung, die am Ende das System verteuert?
Dr. Andrea Benecke, Präsidentin der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK), knüpfte laut einer Pressemitteilung daran an: „Deutschland steht vor enormen politischen Herausforderungen, auch und insbesondere mit Blick auf den Sozialstaat. Uns ist bewusst, dass die finanzielle Lage der gesetzlichen Krankenversicherung stabilisiert werden muss. Aber wer an unserer extrem effizienten ambulanten Versorgung tiefe Einschnitte vornimmt, verschlechtert und verteuert das Gesundheitssystem. Das können wir nicht hinnehmen.“
Auf dem zweitägigen 48. DPT beschäftigen sich Delegierten unter anderem mit der Digital-Agenda 2030, mit der separaten Bedarfsplanung für die psychotherapeutische Versorgung von Kindern und Jugendlichen sowie mit Weiterbildung und Prävention. (PM/RED)






