Mitralklappeninsuffizienz: Deutlich mehr Klinikbehandlungen
Diese Zahlen nannte die Landesvertretung der Barmer, die sich auf eine Studie des Barmer Instituts für Gesundheitssystemforschung (bifg) bezog. Die Untersuchung belege außerdem, dass Männer mit anfangs unauffälliger Mitralklappeninsuffizienz langfristig stärker gefährdet seien als Frauen. „Eine Mitralklappeninsuffizienz bleibt oft lange unbemerkt. Männer sollten Kontrolltermine konsequent wahrnehmen, um Komplikationen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln“, wurde Dr. Anneke Riehl, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Schleswig-Holstein, in einer Mitteilung ihrer Krankenkasse zitiert.
Größere Probleme bei den Männern
Die Studie, erstellt in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und dem Deutschen Institut für Gefäßmedizinische Gesundheitsforschung, zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Zehn Jahre nach der Erstdiagnose leben noch 73,8 Prozent der Männer, aber 81,8 Prozent der Frauen. Zudem entwickeln Männer häufiger Folgeerkrankungen: Innerhalb eines Jahrzehnts litten 51,5 Prozent an Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche oder anderen Komplikationen. Bei Frauen lag dieser Anteil bei 44 Prozent. „Die Ergebnisse verdeutlichen, dass sich Herzklappenerkrankungen bei Männern und Frauen unterschiedlich entwickeln. Das sollte bei Nachsorge und Behandlung stärker berücksichtigt werden“, so Riehl.
Barmer sieht steigenden Bedarf an Diagnostik und Behandlung
Bundesweit stieg die Zahl der Krankenhausbehandlungen wegen Mitralklappeninsuffizienz von rund 14.800 Fällen im Jahr 2013 auf knapp 23.000 im Jahr 2024. Angesichts der alternden Bevölkerung rechnet die Barmer mit einem weiter steigenden Bedarf an früher Diagnostik, ambulanter Kontrolle und spezialisierter Behandlung. „Auch ohne Beschwerden kann die Erkrankung fortschreiten und Herz sowie Kreislauf schwer belasten“, warnte Riehl. Frühzeitige Diagnosen und regelmäßige Kontrollen seien daher entscheidend. (PM/RED)






