„Meilenstein für den Forschungsstandort Lübeck"
Das von der Universität zu Lübeck, dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Lübeck, und dem Fraunhofer IMTE entwickelte Konzept wird von Forschungsgruppen aus ganz Deutschland unterstützt. In der internationalen Begutachtung erhielt das Vorhaben laut Universität Bestnoten und wurde als besonders geeignet angesehen, die nächste Generation der MPI-Technologie in Richtung klinischer Anwendung zu beschleunigen. „Für die Lübecker Forschung ist dies ein starker Auftakt in das Wissenschaftsjahr 2026“, hieß es in der Mitteilung.
Magnetic Particle Imaging ist eine junge, hochsensitive Echtzeit-Bildgebung, die magnetische Nanopartikel im Körper sichtbar macht und zunehmend den Weg für neue diagnostische und therapeutische Konzepte bereitet. Der in Lübeck bewilligte präklinische Scanner geht über bisherige Systeme hinaus: Er kombiniert MPI mit CT für präzise anatomische Information und integriert zugleich Hyperthermie, also die gezielte Erwärmung von Nanopartikeln im Gewebe. Diese multimodale Verbindung ermöglicht eine frühe und exakte Darstellung von Gefäßen, Entzündungen und Tumoren. Zugleich eröffnet sie neue therapeutische Optionen, etwa das kontrollierte Schädigen von Tumorzellen oder die lokale Freisetzung von Wirkstoffen. MPI überwacht dabei kontinuierlich die Verteilung der Partikel und perspektivisch auch deren Temperatur. In diesem Zusammenspiel entstehen Ansätze für eine personalisierte Onkologie, in der Diagnose und Behandlung eng verzahnt sind und durch KI-gestützte Analysen weiter präzisiert werden. So kann eine höhere Wirksamkeit erzielt und Nebenwirkungen minimiert werden.
Viele grundlegenden Beiträge zur MPI-Technologie kommen aus Lübeck
Der von Prof. Thorsten Buzug koordinierte Antrag hatte die DFG im wissenschaftlichen Inhalt und in der ausgeführten Darstellung überzeugt. Buzug, Direktor des Instituts für Medizintechnik der Universität zu Lübeck und geschäftsführender Direktor des Fraunhofer IMTE, hat das Feld des MPI mitbegründet. In der Begutachtung wurde hervorgehoben, dass Lübeck über eine einzigartige Kombination aus technischer MPI-Expertise, langjähriger Erfahrung in der Geräteentwicklung und einer breit vernetzten klinischen Umgebung verfügt. Viele der grundlegenden Beiträge zur MPI-Technologie stammten aus Lübeck. Positiv bewertet wurde die Einbindung junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen in das Konsortium sowie Kooperationen mit weiteren Einrichtungen – unter anderem in Hamburg, Erlangen, Rostock, Greifswald, Bayreuth und Karlsruhe.
„Die Bewilligung dieses neuartigen MPI-Systems ist ein Meilenstein für den Forschungsstandort Lübeck“, wurde Buzug in der Mitteilung zitiert. Er erläuterte: „Erstmals kann in Lübeck Diagnostik, anatomische Bildgebung und hyperthermische Therapie in einem integrierten System zusammengeführt werden. Das eröffnet uns die Möglichkeit, Behandlungsstrategien zu entwickeln, bei denen wir Therapieeffekte in Echtzeit beobachten und gezielt steuern können. Unser Ziel ist es, durch diese Technologie den Weg zu schonenderen, individuell zugeschnittenen Therapien zu ebnen.“
Mit der Bewilligung des Großgeräts stelle Lübeck die Weichen für die nächste Entwicklungsstufe der MPI-Technologie: von der präklinischen Forschung hin zur klinischen Anwendung, mit dem Ziel, Diagnostik und Therapie zu verbinden und die personalisierte Medizin konkret erfahrbar zu machen. (PM/RED)






