Elektronischer Medikationsplan von Patienten erwünscht
In der Umfrage unter 500 gesetzlich Krankenversicherten in Schleswig-Holstein bewerteten 91 Prozent der Befragten diese neue Option als ‚sehr gut‘ oder ‚eher gut‘, nur vier Prozent bewerten dies ‚weniger gut‘ oder ‚gar nicht gut‘. Bislang konnten die Medikationspläne nur schriftlich geführt werden.
Hohe Zustimmungswerte
Besonderen Zuspruch finden in der forsa-Befragung der bessere Überblick für die behandelnden Ärztinnen und Ärzte über die Medikation und ihr Einblick in verordnete Medikamente und Dosierungen (jeweils 93 Prozent Zustimmung). 83 Prozent Zustimmung gibt es für den möglichen Einblick von Apothekerinnen und Apothekern in die eigenen Medikamente und deren Dosierung. Gute Bewertungen erhalten die Unterstützung bei der Vermeidung von gefährlichen Wechselwirkungen zwischen Medikamenten (88 Prozent) sowie der gute Überblick über die eigenen Medikamente durch den elektronischen Medikationsplan in der ePA (87 Prozent). 89 Prozent der Befragten stimmen zudem der Aussage zu, dass der elektronische Medikationsplan die Sicherheit erhöhen kann, wenn pflegende Angehörige bei der Medikamenteneinnahme helfen.
Schon bislang ein Mehrwert
Schon die automatisch aus dem E-Rezept heraus befüllte Medikationsliste in der ePA sorge laut AOK-Vorstandschef Tom Ackermann nach den bisherigen Rückmeldungen aus der Praxis für einen großen Mehrwert, weil sie allen behandelnden Ärztinnen und Ärzten einen Überblick über die verschriebene Medikation ermögliche. „Dies wird mit dem Medikationsplan noch um die Möglichkeit zum Eintragen von nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten sowie durch Informationen zur Dosierung und Hinweisen zur Einnahme ergänzt“, so Ackermann. Bis alle Software-Systeme der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte den elektronischen Medikationsplan unterstützen, werde es noch bis zum Herbst dauern. „In vielen Fällen braucht es also noch etwas Geduld, bis der neue Service genutzt werden kann“, erklärte Ackermann.
Viele Patienten haben einen Medikationsplan in Papierform
Anspruch auf das Anlegen eines elektronischen Medikationsplans oder eines entsprechenden Dokuments auf Papier haben alle Patientinnen und Patienten, die mindestens drei ärztlich verordnete Medikamente einnehmen. Dies betrifft laut der aktuellen forsa-Befragung 40 Prozent der befragten gesetzlich Versicherten in Schleswig-Holstein. Von diesen Befragten haben nach eigenen Angaben knapp zwei Drittel (63 Prozent) bereits einen Medikationsplan in Papierform von ihrem behandelnden Arzt oder ihrer behandelnden Ärztin erhalten.
ePA kaum ein Thema in den Praxen
Die Befragung zeigt laut AOK auch, dass die ePA trotz der seit 1. Oktober 2025 geltenden Verpflichtung zur Befüllung durch die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte kaum ein Thema beim Arztbesuch ist: 82 Prozent der Menschen in Schleswig-Holstein mit einem Arztbesuch im laufenden Jahr geben an, dass die ePA in der Arztpraxis bisher kein Thema gewesen sei. Damit ist dieser Anteil seit der letzten Befragung nur um zwei Prozentpunkte gesunken. Auf der anderen Seite stieg der Anteil derer, die vom Arzt, der Ärztin oder Praxisangestellten auf das Thema angesprochen wurden, leicht von neun auf elf Prozent. Acht Prozent haben das Thema selbst angesprochen, in der Vorgänger-Befragung aus dem Sommer 2025 waren es sieben Prozent. (PM/RED)





