Kopfportrait einer blonden, lächelnden Frau mit Brille und in dunkelblauem Blazer
Dr. Bettina Schultz ©KVSH

KVSH fordert Korrektur des GKV-Reformentwurfs

Der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) fordert das Bundesgesundheitsministerium auf, den Entwurf zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz grundlegend zu überarbeiten. Die vorgesehenen Maßnahmen würden insbesondere das fachärztliche und psychotherapeutische Versorgungsangebot deutlich reduzieren, hieß es in einer Pressemitteilung der KVSH.

In der Kritik steht vor allem die geplante Abschaffung der besonderen Vergütungsregelungen für zeitnahe Facharzttermine und für offene Sprechstunden sowie die Begrenzung der Wachstumsdynamik bei der sogenannten extrabudgetären Gesamtvergütung. Dadurch werde sich das Angebot in den Praxen künftig stärker am Budget orientieren als am medizinischen Bedarf, hieß es in der Mitteilung. „Diese Politik spart die ambulante Versorgung der Patientinnen und Patienten kaputt“, wurde Dr. Bettina Schultz, Vorstandsvorsitzende der KVSH, zitiert. Die geplanten Einschnitte würden zwangsläufig zu längeren Wartezeiten, weniger Angeboten und einer spürbaren Verschlechterung der Versorgung führen. Das „unbegrenzte Leistungsversprechen“ der Politik kritisierte sie als „verantwortungslos“. Die Auswirkungen der Reform gingen weit über die aktuelle Versorgung hinaus. Der wirtschaftliche Druck auf die Praxen gefährde Arbeitsplätze, verhindere neue Anstellungen und schrecke den ärztlichen Nachwuchs ab, hieß es seitens der KVSH.  

Unverständlich sei zudem, dass das Bundesgesundheitsministerium auf die Empfehlung der GKV-Finanzkommission verzichte, die Krankenversicherungskosten für Bürgergeldempfänger vollständig aus Steuermitteln zu finanzieren. Dies könne die GKV ab 2027 um rund zwölf Milliarden Euro jährlich entlasten, ohne die Versorgung zu gefährden. Mit dieser Entscheidung verlagere der Staat die Finanzierung weiterhin auf die Arbeitgeber und GKV-Versicherten. (PM/RED)

Weitere Meldungen
platzhalter_aerzteblatt
17.08.2026

Das Ärztezentrum Lunden hat im vergangenen Jahr ein geringeres Defizit erwirtschaftet als erwartet.…

OP Team bei der Arbeit
Dr. Nina Westphal (Lungenclinic Grosshansdorf) (Mitte) und Louai Aghwan (Krankenhaus Reinbek) (links) operieren gemeinsam im OP des St. Adolf-Stift. © Krankenhaus Reinbek St. Adolf-Stift
05.08.2026

Die Lungenclinic Grosshansdorf und das Krankenhaus Reinbek St. Adolf-Stift arbeiten seit zwei Jahren…

Die Mitglieder des UCCSH und des UCC Hamburg
Mitglieder des UCCSH und des UCC Hamburg freuen sich gemeinsam über die Auszeichnung. Künftig bilden die beiden Zentren als Konsortium das CCC Nord. Ziel ist die Zusammenarbeit in der Krebsforschung und -versorgung im Norden weiter zu stärken. © UKSH
04.08.2026

Die Deutsche Krebshilfe hat das Universitäre Cancer Center Hamburg (UCC Hamburg) und das…

Mann mit Brille trägt einen blauen Anzug und Krawatte. Er  lächelt in die Kamera.
Dr. Andreas Krokotsch © MD Nord
30.07.2026

Der Medizinische Dienst (MD) Nord hat 875 Leistungsgruppenanträge von Krankenhäusern in…

platzhalter_aerzteblatt
30.07.2026

Kommunen werden zunehmend aktiv, um die ambulante medizinischen Versorgung vor Ort zu sichern.…

Drei Frauen und 2 Männer stehen auf einem Balkon vor einer Grünanlage und schauen bei Sonnenschein in ide Kamera. Ein Mann trägt einen Arztkittel, die anderen tragen zivil.
Chefarzt Dr. Jörn Wermbter, Geschäftsführerin Carolin Schaller, Ministerin Prof. Kerstin von der Decken, Ärztlicher Direktor PD Dr. Benjamin Waschki, Pflegedirektorin Stephanie Nixdorff (v..l) © Lungenclinic Grosshansdorf
28.07.2026

Landesgesundheitsministerin Prof. Kerstin von der Decken (CDU) verschafft sich im Rahmen ihrer…