Mann mit Brille trägt einen blauen Anzug und Krawatte. Er  lächelt in die Kamera.
Dr. Andreas Krokotsch © MD Nord

Klinikreform: Medizinischer Dienst Nord hat alle Leistungsgruppenanträge geprüft

Der Medizinische Dienst (MD) Nord hat 875 Leistungsgruppenanträge von Krankenhäusern in Schleswig-Holstein geprüft und seine Ergebnisse dem Landesgesundheitsministerium übermittelt. Die Prüfung fließt in die Entscheidung des Ministeriums ein, ob eine beantragte Leistungsgruppe gewährt wird und damit von der jeweiligen Klinik auch abgerechnet werden kann.

Die Krankenhausreform des Bundes sieht vor, dass Kliniken Leistungen künftig grundsätzlich nur dann anbieten und abrechnen können, wenn sie die Qualitätskriterien der jeweiligen Leistungsgruppe erfüllen. Unter gesetzlich festgelegten Voraussetzungen können die Bundesländer Ausnahmen zulassen. Die Gutachten sind die medizinisch-fachliche Grundlage für die weitere Krankenhausplanung in den Ländern. Im nächsten Schritt liegt es in der Verantwortung der Länder, Leistungsgruppen zuzuteilen, zu begrenzen, regional zu bündeln oder zu priorisieren. Die Kliniken sollen im Dezember über die Zuteilung der Leistungsgruppen informiert werden. In Schleswig-Holstein bereiten sich die Kliniken bereits auf die neuen Bedingungen vor. Viele Details an der Klinikreform haben in den vergangenen Monaten zu intensiven Diskussionen geführt, u.a. zur ärztlichen Weiterbildung

Enge Zusammenarbeit zwischen MD, Behörde und Kliniken
Dr. Andreas Krokotsch, Leitender Arzt und stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Medizinischen Dienstes Nord, nannte das Ergebnis der Prüfungen „eine umfassende erste Bestandsaufnahme zur Leistungsfähigkeit der Kliniken" im Norden, für das Krankenhäuser, Landesbehörden und Medizinischer Dienst eng und konstruktiv zusammengearbeitet hätten. Vor den Prüfungen hatte es mehrere Informationsveranstaltungen des MD Nord für die Krankenhäuser sowie regelmäßige Abstimmungstermine mit den zuständigen Landesbehörden gegeben. 

Prüfkriterien wurden im laufenden Prozess geändert
Für die Medizinischen Dienste und für die Krankenhäuser gab es im Prüfprozess eine besondere Herausforderung: Die im Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG) festgelegten Prüfkriterien waren während der bereits angelaufenen Prüfungen noch einmal verändert worden: Am 15. April 2026 traten mit dem Krankenhausreformanpassungsgesetz (KHAG) neue Regelungen in Kraft, die am 19. Mai 2026 mit der überarbeiteten LOPS-Richtlinie des Medizinischen Dienstes Bund in das Prüfverfahren überführt wurden. So wurde unter anderem die Zahl der bundesweit einheitlichen Leistungsgruppen von 65 auf 61 reduziert. In diesem Zuge wurde auch die Prüffrist um einen Monat bis zum 31. Juli 2026 verlängert. Die Leistungsgruppenprüfungen sollen zunächst nach zwei und anschließend alle drei Jahre wiederholt werden und so zur Sicherung der Qualität im Gesundheitswesen beitragen. (PM/RED)

 

Weitere Meldungen
OP Team bei der Arbeit
05.08.2026

Die LungenClinic Grosshansdorf und das Krankenhaus Reinbek St. Adolf-Stift arbeiten seit zwei Jahren…

platzhalter_aerzteblatt
30.07.2026

Kommunen werden zunehmend aktiv, um die ambulante medizinischen Versorgung vor Ort zu sichern.…

Drei Frauen und 2 Männer stehen auf einem Balkon vor einer Grünanlage und schauen bei Sonnenschein in ide Kamera. Ein Mann trägt einen Arztkittel, die anderen tragen zivil.
Chefarzt Dr. Jörn Wermbter, Geschäftsführerin Carolin Schaller, Ministerin Prof. Kerstin von der Decken, Ärztlicher Direktor PD Dr. Benjamin Waschki, Pflegedirektorin Stephanie Nixdorff (v..l) © Lungenclinic Grosshansdorf
28.07.2026

Landesgesundheitsministerin Prof. Kerstin von der Decken (CDU) verschafft sich im Rahmen ihrer…

platzhalter_aerzteblatt
28.07.2026

Die Verlagerung der Klinik für Geriatrie vom Standort Middelburg an das Klinikum in Oldenburg soll…

Frau mit halblangen dunklen Haaren und Brille trägt einen weißen Arztkittel. Sie schaut freundlich in die Kamera.
Dr. Sonja Wigand, Sektionsleiterin der Klinik für Geriatrie in der Schön Klinik Eckernförde. © Schön Klinik Gruppe
28.07.2026

In der Notaufnahme der Schön Klinik Eckernförde beurteilt ab sofort das Behandlungsteam in der…

Ein Mann mit gelvem Schal hat ein Taschentuch vor der Nase. Er sitzt auf einem Sofa und schaut in ein Handy. Im Hintergrund schaut eine Frau ebenfalls in ihr Handy.
Atemwegserkrankungen sind in Schleswig-Holstein nicht mehr häufigster Grund für Krankschreibungen© DAK-Gesundheit / iStock_LightFieldStudios
27.07.2026

Der Krankenstand in Schleswig-Holstein ist im ersten Halbjahr 2026 nur leicht gesunken. Insgesamt…