Klinik-Atlas: Parteien im Landtag sind geteilter Meinung
SPD und SSW sprachen sich in der Debatte für eine Fortsetzung und Weiterentwicklung aus - bei den drei anderen Parteien im Landtag stießen sie damit auf wenig Gegenliebe. Birte Pauls, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD, räumte zwar ein, dass manche Angaben im Klinik-Atlas fehlerhaft seien. Sie sagte: „Deshalb muss der Klinik-Atlas auch weiterentwickelt werden, um Individualitäten zu berücksichtigen. Aber es muss deshalb nicht abgeschafft werden.” Sie sieht in dem Atlas ein „Portal für mehr Patientensouveränität”, dessen Vorteil die Unabhängigkeit sei -im Unterschied zur Lösung der Deutschen Krankenhausgesellschaft.
Unterstützung erhielt sie vom SSW-Abgeordneten Michael Schunk. Er vermutet, dass die Unabhängigkeit vielen Trägern ein Dorn im Auge sein könnte und sagte laut Pressemitteilung über die Einstellung der mit dem Klinik-Atlas befassten Projektgruppe: „Das ist ein Rückschritt und ein Schlag ins Gesicht mündiger Patientinnen und Patienten”. Als Schwäche des Angebotes nannte Schunk die aus seiner Sicht noch nicht ausreichende Anwenderfreundlichkeit.
Dr. Heiner Garg: Besser den Reset-Knopf drücken
FDP-Gesundheitsexperte Dr. Heiner Garg hält zwar die Idee des Klinik-Atlas für richtig, die Umsetzung aber für wenig gelungen. Er forderte, den „Reset-Knopf” zu drücken und unter Einbeziehung vieler Gruppen neu zu starten. „Wenn ein neues Instrument für mehr Patientensouveränität, zum Abbau der Informationsasymmetrie herauskommt, dann, finde ich, ist das richtig.” Er schloss sich den Ausführungen des Grünen-Gesundheitspolitikers Jasper Balke an.
Hauke Hansen von der CDU hob auf Fehler des Klinik-Atlas ab und bezeichnete diesen als „Stückwerk, unzureichend, irreführend.” Hansen bemängelte u.a., dass der Klinik-Atlas zu wenig differenziert: „Dort zählt nur die Fallzahl.” Bis heute, so Hansen, sei das Ziel einer objektiven Empfehlung für alle Bereiche nicht erreicht worden. Für viele Fragen zum stationären Aufenthalt sieht der Gesundheitspolitiker aus Neumünster den Rat der Hausärzte als wertvoller an. Auch die Zugriffszahlen überzeugen ihn nicht: Rund 200.000 Aufrufe pro Monat sind ihm zu wenig. Er gab als Vergleichszahl das Dreifache für das Online-Verzeichnis der Deutschen Krankenhausgesellschaft an. (PM/RED)




