Kindernotfälle: Psychosoziale Kompetenz muss gestärkt werden
Nur drei bis sieben Prozent der Reanimationen in Deutschland betreffen Kinder, deutlich häufiger sind sie jedoch als indirekt Betroffene involviert. „Es fehlt die Routine, deshalb ist die gezielte Vorbereitung besonders wichtig“, wurde Harald Karutz, Professor für Psychosoziales Krisenmanagement an der Medical School Hamburg, in einer Mitteilung der Schön Klinik Neustadt nach einer Fortbildung zum Thema zitiert. Karutz verdeutlichte, dass Kinder Notfallereignisse intensiver und nachhaltiger erleben als Erwachsene. Missverständnisse und Überforderung bei allen Beteiligten könnten den Verlauf erschweren.
Die Einsatzkräfte haben laut Karutz bei der Verarbeitung solcher Ausnahmesituationen einen wichtigen Anteil. Kindgerechte, ehrliche Kommunikation seien dabei elementar. Forschungsergebnisse belegten zudem, dass unterbrochene Erfahrungen Kinder stärker belasten als abgeschlossene Ereignisse: „Kontinuierliche Begleitung und altersgerechte Erklärungen helfen, die kindliche Bewältigung zu verbessern.“
Es geht um Versorgungssicherheit auch in seltenen Lagen
Veranstaltungsorganisator Dr. Christian Schultz, leitender Oberarzt der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin und Ärztlicher Leiter Notarztstandort, betonte die Bedeutung entsprechender Fortbildungen: „Gezielte, interdisziplinäre Fortbildungen sind unverzichtbar, um Versorgungssicherheit auch in seltenen Lagen zu gewährleisten.“
„Mit der Fortbildungsreihe fördern wir nicht nur den Wissenstransfer, sondern auch die regionale Vernetzung“, sagte Prof. Wolfgang Dersch, Chefarzt der Zentralen interdisziplinären Notaufnahme und Mitinitiator der Veranstaltungsreihe, laut einer Mitteilung. Die Teilnahme der rund 35 Fachkräfte aus Rettungsdienst, Notfallmedizin, Feuerwehr, Polizei und Krisenintervention belege den Bedarf unter den Akteuren in Ostholstein. (PM/RED)





