Vier Frauen und zwei Männer, viele Ddavon in weißen Arztkittel, präsentieren eine Urkunde.
Das Kieler UKSH-Neurologieteam: PD Dr. Steffen Paschen, PD Dr. Eva Schäffer, Prof. Kirsten Zeuner, Prof. Walter Maetzler, Prof. Daniela Berg und Nadine Rountree © UKSH

Michael J. Fox Foundation wählt die Kieler UKSH-Klinik für Neurologie aus

Die Kieler Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) wurde für das Edmond J. Safra Fellowship in Movement Disorders ausgewählt. Ab Januar 2027 absolviert dort eine Neurologin oder ein Neurologe aus einem neurologisch unterversorgten Land eine zweijährige klinische und wissenschaftliche Weiterbildung im Bereich Parkinson und andere Bewegungsstörungen. Das UKSH gehört zu zehn universitätsmedizinischen Zentren weltweit, die von der Michael J. Fox Foundation for Parkinson’s Research für den neuen Jahrgang ausgewählt wurden.

Eine internationale Fachkommission wählte die zehn Zentren aus einem Bewerberfeld aus. Bewertet wurden unter anderem die Erfahrung in der Ausbildung, die Qualität von Versorgung und Forschung sowie die Möglichkeiten, den Zugang zu spezialisierter Behandlung und Weiterbildung zu verbessern. „Die Aufnahme in das Programm vernetzt die Kieler Neurologie noch enger mit international führenden Einrichtungen. Zugleich kann das UKSH seine Expertise in Versorgung, Forschung und Lehre dort einbringen, wo sie besonders gebraucht wird“, hieß es in einer Mitteilung des UKSH.

Das von der Edmond J. Safra Foundation ermöglichte Programm besteht seit 2014. Mit Abschluss des aktuellen Jahrgangs werden weltweit 56 Spezialistinnen und Spezialisten die Weiterbildung durchlaufen haben, bis 2031 sollen es 105 sein. Nach Angaben der Michael J. Fox Foundation soll das Programm dadurch jährlich rund 80.000 Menschen den Zugang zu einer spezialisierten Versorgung ermöglichen.

Sechs Millionen Menschen weltweit leben mit Parkinson
Weltweit leben laut UKSH mindestens sechs Millionen Menschen mit Parkinson. Schätzungen zufolge könnte sich diese Zahl bis 2040 verdoppeln. Hinzu kommen zahlreiche weitere Bewegungsstörungen, bei denen eine fachgerechte Diagnose und Behandlung entscheidend für Leben und Lebensqualität der Betroffenen sind. Besonders groß ist der Bedarf u.a. in Ländern des globalen Südens. Gleichzeitig steigt gerade in diesen Teilen der Welt die Zahl der Menschen mit Parkinson stark an.

Nach Einschätzung von Prof. Daniela Berg, Direktorin der Klinik für Neurologie am Campus Kiel, hängt diese Entwicklung nicht allein mit der höheren Lebenserwartung zusammen, sondern wird in hohem Maße durch Lebens- und Umweltbedingungen beeinflusst. „Die Herausforderungen sind global und betreffen damit letztlich auch uns in Europa und Deutschland. Das Fellowship eröffnet uns die Chance, Ausbildung und Prävention zu stärken und zu einem gesünderen Leben in einer gesünderen Welt beizutragen“, wurde Berg in der Mitteilung zitiert. (PM/RED)

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