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Immer mehr junge Menschen mit Essstörungen

Essstörungen nehmen in der Altersgruppe der 12- bis 29-Jährigen stark zu. Dies zeigen Auswertungen der Barmer, die zugleich vor Social-Media-Inhalten warnt, in denen extremes Schlanksein idealisiert wird.

Die Barmer warnte in einer Pressemitteilung vor einem gefährlichen Trend: „Social-Media-Phänomene wie ,Skinny Tok' setzen vor allem junge Frauen unter Druck, extrem schlank zu sein", hieß es in der Mitteilung. Zwar zeigten Abrechnungsdaten keinen direkten Zusammenhang, die Auswertungen der Kasse zeigten jedoch einen massiven Anstieg von Essstörungen bei 12- bis 29-Jährigen. 
„In Schleswig-Holstein stieg die Rate der betroffenen jungen Frauen in fünf Jahren um 33 Prozent. 2018 waren 120 von 10.000 jungen Frauen in Behandlung, 2023 bereits 160 von 10.000", teilte die Barmer mit. Sie verwies zugleich auf den permanenten Einfluss vermeintlicher Schönheitsideale in den sozialen Medien, unter dem insbesondere junge Menschen stünden. Dieser Druck führe oft zu Essstörungen. 
Die Krankenkasse appellierte an Familien, auf mögliche Warnsignale zu achten und frühzeitig Unterstützung zu suchen. Als Warnsignale führte sie rasche Gewichtsveränderungen, häufige Gespräche über Kalorien, Diäten oder Schlankheitsziele sowie das Vermeiden gemeinsamer Mahlzeiten oder heimliches Essen an. 

Höchste Rate in Flensburg
In Schleswig-Holstein sind Essstörungen bei jungen Frauen zwischen 12 und 29 Jahren laut Barmer-Auswertung am häufigsten in Flensburg - mit 237 von 10.000 Betroffenen. Es folgen Kiel (234 von 10.000) und Neumünster (213 von 10.000). Nordfriesland hat die niedrigste Rate mit 89 von 10.000. Auch im Kreis Herzogtum-Lauenburg (107 von 10.000) und im Kreis Pinneberg (112 von 10.000) sind die Werte vergleichsweise niedrig. Der bundesweite Schnitt liegt mit 140 von 10.000 elf Prozent unter dem von Schleswig-Holstein.

Die Barmer klärte zugleich über die drei Hauptformen auf:

  • Anorexia nervosa, bei der Betroffene absichtlich Gewicht verlieren und sich intensiv mit Essen beschäftigen. Die Erkrankung geht häufig mit einem erhöhten Aktivitätslevel bis hin zum Sportzwang einher. 
  • Bulimia nervosa, gekennzeichnet durch Essanfälle und kompensatorische Maßnahmen wie Erbrechen, Abführen oder intensive Sporteinheiten.
  • Binge-Eating-Störung, bei der Essanfälle nicht kompensiert werden, was oft zu Übergewicht führt. 

Bis Sommer 2025 gab es den Hashtag #SkinnyTok, der inzwischen von TikTok gesperrt wurde. Dort wird nach Angaben der Barmer bei Körperwahrnehmungsstörungen inzwischen auf Hilfsangebote verwiesen. Sie gab aber zu bedenken: „Inhalte, die extremes Dünnsein idealisieren, bleiben unter neuen Namen präsent. Kritische Berichterstattung und zielgruppengerechte Informationen können helfen, unrealistische Körperbilder zu hinterfragen."  (PM/RED)

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