Herzinsuffizienz: Schleswig-Holstein unter Bundesdurchschnitt
Mit den Analysedaten will die AOK eigenen Angaben zufolge anlässlich des Tages der Herzinsuffizienz am 29. September den Akteuren vor Ort fundierte Informationen bereitstellen, die für die Weiterentwicklung der regionalen Versorgung genutzt werden könnten.
Bundesdurchschnitt liegt bei 5,5 Prozent
Der niedrigste Anteil von Betroffenen fand sich mit 4,0 Prozent im Kreis Pinneberg, gefolgt von Flensburg (4,2 Prozent), Kiel und dem Kreis Segeberg mit jeweils 4,3 Prozent. Am stärksten betroffen waren die Kreise Dithmarschen und Ostholstein: Dort lag die Krankheitshäufigkeit bei 5,6 Prozent in der Bevölkerung. Im Vergleich zu anderen Bundesländern lag der Anteil der wegen Herzinsuffizienz behandelten Personen in Schleswig-Holstein mit 4,8 Prozent unter dem bundesweiten Durchschnitt von 5,5 Prozent. Die Krankheitshäufigkeit im Norden war von 4,7 Prozent (2017) auf 4,8 Prozent (2024) gestiegen.
„Das Risiko für eine Herzinsuffizienz lässt sich durch gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung, die konsequente Behandlung von Bluthochdruck und den Verzicht auf das Rauchen deutlich senken“, sagte Tom Ackermann, Vorstandsvorsitzender der AOK NordWest, bei der Pressekonferenz.
Mehr Männer als Frauen betroffen
Während die Erkrankung in jungen Lebensjahren selten vorkommt, steigt die Häufigkeit mit dem Alter stark an und erreicht den Häufigkeitsgipfel in der Altersgruppe ab 90 Jahren. Hier liegt der Anteil der erkrankten Männer in Schleswig-Holstein bei 31,3 Prozent und 25,8 Prozent bei den Frauen.
Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Eine mögliche Erklärung dafür sei, dass Männer häufiger und früher an einer koronaren Herzkrankheit oder einem Herzinfarkt, relevante Ursachen einer Herzinsuffizienz, erkrankten, teilte die AOK mit.
Regionaler Zusammenhang zwischen Rauchen und Herzinsuffizienz
Der Gesundheitsatlas belege einen deutlichen Zusammenhang zwischen einem hohen regionalen Anteil der rauchenden Bevölkerung und der jeweiligen Herzinsuffizienz-Prävalenz in Schleswig-Holstein, so die AOK. Dies treffe vor allem auf die Kreise Dithmarschen, Nordfriesland, Steinburg, Rendsburg-Eckernförde und die Stadt Neumünster zu.
Hohes Präventionspotenzial
Neben dem Rauchen als maßgeblicher Risikofaktor für eine Herzinsuffizienz gingen aus den Daten Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, starkes Übergewicht oder Diabetes mellitus Typ 2 als weitere relevante Risikofaktoren zur Entstehung einer kardiovaskulären Erkrankung und in deren Folge einer Herzinsuffizienz hervor. „Dies verdeutlicht das hohe Präventionspotential. Mit einer gesunden Lebensweise kann das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen deutlich gesenkt werden“, sagte Ackermann.
Neues DMP „Herzinsuffizienz“ ab 2027 geplant
Die chronische Herzinsuffizienz erfordert regelmäßige Verlaufskontrollen sowie eine Koordination der Versorgung zwischen den verschiedenen an der Behandlung beteiligten Haus- und Fachärztinnen und -ärzten. Um Betroffene noch besser zu unterstützen, sei das neue Disease-Management Programm (DMP) „Herzinsuffizienz“ in Vorbereitung. Es soll voraussichtlich 2027 in Schleswig-Holstein eingeführt werden.
Sinkende Mortalität, mehr Klinikaufenthalte
Die Sterblichkeit im Zusammenhang mit der Herzinsuffizienz hat sich in Schleswig-Holstein der AOK zufolge deutlich verringert: von 1.503 Todesfällen im Jahr 2017 auf 964 im Jahr 2024. Dagegen die Zahl der Klinikeinweisungen von 13.377 (2017) auf 14.852 Patientinnen und Patienten (2024) gestiegen. Die Zahl der Medikamentenverordnungen stieg um 8,6 Prozent gegenüber 2020. Zudem sei laut Krankheitskostenstatistik des Statistischen Bundesamtes die Herzinsuffizienz mit Krankheitskosten von 9,2 Milliarden Euro für knapp zwei Prozent der Gesundheitsausgaben in Deutschland verantwortlich. (PM/RED)






