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Herzgesundheit: Je nach Kreis große Unterschiede

Am 29. September ist Weltherztag - eine weltweite Aktion der World Heart Federation (WHF), an der sich mehr als100 Länder gemeinsam mit vielen Fachgesellschaften und Organisationen beteiligen. Das Landesgesundheitsministerium in Kiel veröffentlichte zu diesem Anlass den Fokusbericht „Herz-Kreislauferkrankungen in Schleswig-Holstein“. Darin werden u.a. regionale Unterschiede in der Herzgesundheit bei uns deutlich. Der Bericht zeigt auch, welche Kreise dabei am besten abschneiden und wo die Erkrankungszahlen besonders hoch sind.

Krankheiten des Kreislaufsystems waren im Berichtsjahr in Schleswig-Holstein die häufigste Todesursache. Im Jahr 2022 starben 13.882 Menschen an einer Erkrankung dieser Gruppe. Das entsprach einem Anteil von 34,1 % an allen Todesursachen und entspricht in etwa dem Bundesdurchschnitt. 142,9 Sterbefälle je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner galten durchschnittlich in den Jahren 2019 bis 2023 als vermeidbar - sie wären also möglicherweise durch Prävention oder medizinische Behandlung zu verhindern gewesen. Von diesen Sterbefällen ist etwas mehr als ein Viertel (37,3 Sterbefälle) auf Erkrankungen des Kreislaufsystems zurückzuführen.

 „Es gehört zu den Gesundheitszielen des Landes, Herzkreislauferkrankungen vorzubeugen. Mit dem Bericht erhalten Beteiligte aus Kommunen, Gesundheitsversorgung und Prävention eine fundierte Basis, um eigene Maßnahmen noch gezielter an den Bedürfnissen auszurichten“, wird Gesundheitsministerin Prof. Kerstin von der Decken (CDU) in einer Mitteilung ihres Hauses zitiert. Faktoren wie Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung spielten auch in Schleswig-Holstein eine erhebliche Rolle. Durch Prävention und Gesundheitsförderung könnten diese Risikofaktoren positiv beeinflusst werden.

Die Menschen, die in den Kreisen und kreisfreien Städten leben, sind von Herzerkrankungen unterschiedlich stark betroffen. Folgende Ergebnisse nennt der Bericht:

  • Die koronare Herzkrankheit tritt am häufigsten im den Kreisen Herzogtum Lauenburg (8,5%), Lübeck (8,2 %), Neumünster (8,2 %) und in Segeberg (8,0 %) auf. In Pinneberg litten 2023 die wenigsten Menschen an einer koronaren Herzkrankheit (6,5 %).
  • Herzinsuffizienz wird häufig in Dithmarschen (4,9 %), Steinburg (4,6 %), Herzogtum Lauenburg (4,5 %) und Rendsburg-Eckernförde (4,5 %) diagnostiziert. Den geringsten Wert weist Pinneberg mit 3,1 % auf.
  • Fast jeder dritte Mensch (31,2 %) in Neumünster litt 2023 an Bluthochdruck, im Herzogtum Lauenburg betrug der Anteil 29,4 %. In Kiel war im Jahr 2023 der geringste Anteil (22,5 %) zu verzeichnen.
  • Neumünster (2,1 %), Dithmarschen (2,0 %), Steinburg (2,0 %) und Herzogtum Lauenburg (1,9 %) haben die höchsten 10-Jahres-Prävalenzen bei Schlaganfällen. Insgesamt liegen hier die Raten bei den Kreisen und kreisfreien Städten eng zusammen.
  • Die standardisierte Rate der Herzinfarkte (erkrankte Menschen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner) ist im Herzogtum Lauenburg (610) besonders hoch, gefolgt von Nordfriesland (340) und Flensburg (340) sowie Steinburg (330). Neumünster hat die geringste Rate (260).

Außer auf die gesundheitlichen Aspekte geht der Bericht auch auf die volkswirtschaftlichen Folgen der Erkrankung ein. Danach verursachten Kreislauferkrankungen in den letzten Jahren die höchsten direkten Kosten für das Gesundheitssystem und machen bundesweit 13,1 % aller Krankheitskosten aus. In Schleswig-Holstein hat der Sektor der gesetzlichen Krankenversicherung im Jahr 2022 rund 9,3 Milliarden Euro an Gesundheitsausgaben verzeichnet. “Hypothetisch würden sich daraus für Schleswig-Holstein direkte Kosten von ca. 1,2 Milliarden Euro für diese Erkrankungsgruppe ergeben, wenn man die Kosten für den Anteil von 13,1 % für Kreislauferkrankungen berechnet”, heißt es im Bericht. (PM/RED)

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