GKV-Spargesetz: Hartmannbund und Virchowbund im Norden fordern Moratorium
Die Verbände fordern das Moratorium, weil die mit dem Gesetz verknüpften Sparmaßnahmen nach ihrer Darstellung die wirtschaftliche Basis der Praxen und damit die wohnortnahe Versorgung besonders in Flächenländern gefährden. Statt der Sparmaßnahmen schwebt den Verbänden ein „Generalplan“ zur Versorgung der Patienten vor, der die Mittelknappheit und die demografischen Herausforderungen berücksichtigt.
„Im Koalitionsvertrag der Bundesregierung ist die Einführung eines Primärversorgungssystems vorgesehen. Das kann nur unter der Einbeziehung der haus- und fachärztlichen Praxen geschehen. Wenn die Politik diese jetzt finanziell ausbluten lässt, wird eine solche Reform zwangsläufig scheitern“, wurde Prof. Jan Löhler, Landesvorsitzender des Virchowbundes in Schleswig-Holstein, in der gemeinsamen Pressemitteilung zitiert. Die Politik betone gebetsmühlenartig die Notwendigkeit der „Ambulantisierung“ – also der Verlagerung von medizinischen Leistungen aus dem stationären in den ambulanten Bereich. Dieser Prozess könne aber nur mit und nicht gegen die niedergelassene Ärzteschaft gelingen.

„Wenn die Politik die haus- und fachärztlichen Praxen finanziell ausbluten lässt, wird die Reform zwangsläufig scheitern.“
„Wer die ambulante Versorgung durch Honorarbegrenzungen und Kürzungen schwächt, entzieht der gewollten Reform das Fundament. Die ambulanten Strukturen dürfen nicht geschwächt werden, sie gehören massiv gestärkt. Ansonsten haben wir in absehbarer Zeit spürbare Versorgungslücken, die weit über längere Wartezeiten hinausgehen.“, sagte Dr. Sebastian Gassner, Landesvorsitzender des Hartmannbundes in Schleswig-Holstein.
Löhler verwies darauf, dass die geplanten Kürzungen in ländlichen Regionen das Problem des Praxissterbens und des Nachwuchsmangels verschärfen und in Städten die dichte, hochspezialisierte Infrastruktur und die schnelle Versorgung in den Quartieren gefährden würden. Beide Landesverbände erkennen an, dass die Strukturreform in der ambulanten Versorgung angesichts der knappen Finanzlage der Gesetzlichen Krankenversicherung kein Spaziergang wird. Sie sehen sich und ihre Bundesorganisationen jetzt als die entscheidenden Gesprächspartner für die Politik. „Wir kennen die Realität in den Praxen. Und wir wissen, wie optimale Patientenversorgung aussieht“, so Gassner. Auch Löhler betonte die Dialogbereitschaft. (PM/RED)






