Endoskopie-Roboter für hochpräzise Lungenspiegelung
Die Untersuchung mit dem ION-System wird künftig insbesondere bei Patientinnen und Patienten mit unklaren Lungenrundherden sowie im Rahmen der Lungenkrebsfrüherkennung eingesetzt. Großhansdorf ist nach eigenen Angaben die erste Klinik in Norddeutschland, die mit diesem System arbeitet. Es basiert auf einer robotergestützten Navigationstechnologie, die anhand von CT-Bilddaten einen individuellen Navigationspfad durch die Atemwege erstellt. Über einen dünnen, flexibel steuerbaren Katheter können Ärztinnen und Ärzte kleine und peripher gelegene Lungenrundherde erreichen. Ziel ist eine frühere und präzisere Diagnosestellung sowie eine schnellere Einleitung der geeigneten Therapie. Die Technologie ist in den USA etabliert und wurde laut Klinik in Deutschland bisher erst an wenigen spezialisierten Zentren eingeführt.
„Die robotergestützte Lungenspiegelung ermöglicht uns eine noch präzisere Diagnostik bei gleichzeitig hoher Sicherheit und geringerer Belastung für die Betroffenen“, wurde PD Dr. Benjamin Waschki, Medizinischer Geschäftsführer der Lungenclinic und Chefarzt der Pneumologie, in einer Mitteilung seiner Klinik zitiert. Insbesondere vor dem Hintergrund der zunehmenden Bedeutung der Früherkennung von Lungenkrebs gewinne die exakte Abklärung kleiner Lungenherde an Relevanz.
Vielen Patienten kann Ungewissheit genommen werden
Die Klinik verdeutlichte den erwarteten Fortschritt im Vergleich zu den Verlaufskontrollen bei schwierig zu erreichenden Veränderungen in der Lunge, die derzeit Standard seien: „Das bedeutet, dass Patientinnen und Patienten über Monate, bzw. Jahre hinweg, in regelmäßigen Abständen ein CT anfertigen lassen müssen, um ein Wachstum auszuschließen. Diese Ungewissheit kann zukünftig vielen Patientinnen und Patienten genommen werden. Studien und erste klinische Erfahrungen zeigen eine hohe diagnostische Treffsicherheit bei gleichzeitig niedrigem Komplikationsrisiko."
Einen Wermutstropfen gibt es für die Klinik: Die Investition sei „durchaus herausfordernd”, so die kaufmännische Geschäftsführerin Carolin Schaller. Eine kostendeckende Refinanzierung sei derzeit nicht gegeben. (PM/RED)






