Endometriose wird früher und häufiger diagnostiziert
Der aktuelle Barmer-Arztreport zeigt, wie stark die Zahl der Diagnosen bundesweit und in den einzelnen Bundesländern gestiegen ist. Für Schleswig-Holstein werden nach rund 5.000 Diagnosen im Jahr 2005 etwa 17.000 im Jahr 2024 angegeben. Auffällig ist, dass die Diagnosen nicht nur häufiger, sondern auch in einem früheren Lebensalter gestellt werden - im Schnitt fast vier Jahre früher als vor zehn Jahren und aktuell mit durchschnittlich 37,4 Jahren.
„Die Entwicklungen zeigen, dass Endometriose inzwischen bekannter ist und Beschwerden schneller ernst genommen werden“, wurde Dr. Anneke Riehl, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Schleswig-Holstein, in einer Mitteilung ihrer Krankenkasse zitiert. Anlässlich des Internationalen Tags der Endometriose am 14. März betonte sie, dass eine frühzeitige Diagnose allein nicht ausreichend sei. Wichtig sei eine Behandlung, die sich an der persönlichen Lebenssituation der Betroffenen orientiere, etwa bei Themen wie Familienplanung, Mobilität oder psychischer Gesundheit.
Starke Einschränkungen durch Begleiterkrankungen
Der Arztreport macht auch deutlich, dass Endometriose zwar nicht mit einer erhöhten Sterblichkeit, wohl aber mit einer hohen Krankheitslast einhergeht. Betroffene leiden häufiger unter Begleiterkrankungen, als es ihrem Alter entsprechend zu erwarten wäre. Besonders häufig treten Schmerzdiagnosen auf. Bauch- und Beckenschmerzen werden mehr als doppelt so oft dokumentiert. Auch Migräne und Muskel-Skelett-Erkrankungen sind überdurchschnittlich häufig. Zudem leiden betroffene Frauen häufiger an depressiven Episoden und Angststörungen.
Deutlich werden auch regionale Unterschiede. Im Saarland liegen die Erstdiagnosen rund 20 Prozent über dem Bundesdurchschnitt, in Thüringen etwa 20 Prozent darunter. In Schleswig-Holstein wird Endometriose fast 14 Prozent seltener als Erstdiagnose gestellt. In dicht besiedelten Gebieten diagnostizieren Ärzte Endometriose häufiger als in ländlichen Regionen. „Viele Frauen halten ihre Beschwerden für starke Regelschmerzen und suchen deshalb nicht frühzeitig ärztliche Hilfe. Die regionalen Unterschiede zeigen, dass wir mehr Aufklärungsarbeit leisten müssen“, sagte Riehl. (PM/RED)





