Diabetes Typ eins: Videosprechstunden für Kinder und Jugendliche neu in Rendsburg
Wie die Vertragspartner heute mitteilten, ermöglicht der Vertrag es den Kinderdiabetologen in Rendsburg, ihre Patienten und deren Eltern per Videosprechstunde „häufiger und damit bedarfsgerecht digital” beraten zu können. Die Schön Klinik ist dafür dem seit 2022 geltenden gemeinsamen Vertrag des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) und der AOK Nordwest beigetreten.
„Wir freuen uns sehr, dass nun auch bei uns in der Schön Klinik Rendsburg junge Patientinnen und Patienten mit Diabetes Typ eins per Videosprechstunde betreut werden können und von der höheren Kontaktfrequenz zur Therapieanpassung, der hohen Flexibilität der Termine und der enormen Zeitersparnis insgesamt profitieren können“, wurde die Chefärztin der Rendsburger Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Dr. Urte Büßen, in der Mitteilung zitiert.
Zur Erinnerung: Mit einem gemeinsamen Vertrag (§ 140a SGB V) von UKSH und AOK Nordwest wurden die Ergebnisse aus dem bundesweit einmaligen Telemedizin-Projekt der ‚Virtuellen Diabetesambulanz für Kinder und Jugendliche‘ (ViDiKi) in die Versorgung der jungen AOK-Versicherten in Schleswig-Holstein im Jahr 2022 überführt. „Wir sichern die gute medizinische Versorgung und erhöhen die Lebensqualität von Kindern und Jugendlichen, die an Diabetes Typ eins erkrankt sind. Gleichzeitig erleichtern wir den Alltag der betroffenen Familien erheblich“, wurde AOK-Vorstandschef Tom Ackermann dazu zitiert. Die Zahl der erkrankten Kinder und Jugendlichen bezifferte die AOK auf über 1.200 in Schleswig-Holstein, bundesweit auf rund 35.000.
Videosprechstunde spart den Familien Zeit
Initiatorin des Projekts ViDiKi war PD Dr. Simone von Sengbusch, Oberärztin für Kinder- und Jugenddiabetologie der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am UKSH. Sie sagte laut Mitteilung: „In der aktuellen deutschen S3-Leitlinie für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Diabetes wurden telemedizinische Kontaktformen als Empfehlung aufgenommen, wenn häufigere Therapieanpassungen nötig sind. Die Ergebnisse der dem Vertrag vorausgehenden ViDiKi-Studie haben zu dieser Empfehlung beigetragen.“
Beim Diabetes werden die Therapiedaten laut von Sengbusch in einer Cloud gespeichert. Diese Daten bilden die Basis der Beratung und können für die Sprechstunde in Klinik, Praxis und Videosprechstunde genutzt werden. „Die Videosprechstunde von zu Hause aus erspart den Familien viel Zeit, und sie haben dabei sogar etwas häufigeren Kontakt zum Diabetesteam als in der Regelversorgung. Dies trägt zu einer Verbesserung der Stoffwechsellage bei“, so von Sengbusch.
Behandelt werden bislang allerdings ausschließlich Versicherte der AOK Nordwest und der Mobil Krankenkasse. Die Vertragspartner nutzten die Veröffentlichung über die Erweiterung, um „alle anderen Krankenkassen und die Kinderdiabetologen und geeigneten Krankenhäuser," aufzurufen, sich dem Vertrag anschließen. Deutlich vor der Schön Klinik war das Klinikum Itzehoe am 1. März 2023 dem Vertrag beigetreten. Die Helios Klinik Schleswig war im Jahr 2024 zwischenzeitlich ebenfalls dabei, seit Jahresende 2024 aber nicht mehr. (PM/RED)




