Corona: Kaum anerkannte Impfschäden in Schleswig-Holstein
Nach Zahlen des Ministeriums, die zuerst die „Kieler Nachrichten" veröffentlichten, hat es in Schleswig-Holstein nur wenig anerkannte Schäden durch Impfungen gegen Corona gegeben. Laut Zeitungsbericht vom 10. Dezember 2025 erlitten im Zeitraum von 2021 bis 2025 zwar mehr als 300 Menschen einen Impfschaden – anerkannt worden sei dieser Schaden aber nur in 34 Fällen. Das Sozialministerium bestätigte dem Schleswig-Holsteinischen Ärzteblatt die Zahlen auf Nachfrage.
Die niedrige Anerkennungsquote ist laut Ministerium damit zu erklären, dass „gemäß der aktuell wissenschaftlichen Erkenntnisse (Paul-Ehrlich-Institut, Robert-Koch-Institut) keine wahrscheinliche Kausalität zwischen der Impfung und bestehenden Gesundheitsstörungen vorlagen." Außerdem hätten in vielen Fällen Vorerkrankungen bestanden, „die mit höherer Wahrscheinlichkeit zu den bestehenden Gesundheitsstörungen geführt haben als die Impfung."
Als Krankheitsbilder, die besonders häufig anerkannt werden, nannte das Ministerium das Erschöpfungssyndrom mit Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen und Unwohlsein sowie Schwäche des Immunsystems, Hautstörungen und entzündliche und neurologische Erkrankungen. Selten anerkannt seien psychische Beeinträchtigungen.
Heiner Garg: Corona-Impfungen waren ein Erfolg
„Die Zahlen zeigen, dass die Corona-Impfungen ein Erfolg waren und das allen Unkenrufen während der Pandemie zum Trotz", zitierten die „Kieler Nachrichten” Dr. Heiner Garg, der in den frühen Pandemiejahren Sozialminister in Schleswig-Holstein war. Garg nannte jeden Impfschaden „einer zu viel", ordnete aber zugleich ein: „Diese Fälle müssen ins Verhältnis gesetzt werden zu den rund 2,3 Millionen Menschen, die im Rahmen der Covid-Impfkampagne in Schleswig-Holstein grundimmunisiert worden sind". Schwere Komplikationen seien bei der Impfung höchst selten. Richtig sei aber auch: Jeder Impfschaden bedeute für die betroffene Person einen tiefen Einschnitt.
Nach Zahlen des Sozialministeriums gibt es derzeit 128 anerkannte Impfgeschädigte im Land. Von den 94 Nicht-Covid-Geschädigten sind die meisten von einer Pockenschutzimpfung, die bis 1975 verpflichtend war, betroffen. Bis August 2025 wurden rund 3,7 Millionen Euro an Impfgeschädigte ausgezahlt. Bis Jahresende erwarte das Land Gesamtausgaben in Höhe von 5,5 Millionen Euro. Rund ein Viertel dieser Summe entfalle auf Covid-Fälle. Für die Folgejahre wird mit einem moderaten Anstieg der Kosten gerechnet. (RED)





