Chronische Depression: Neues Therapieverfahren in Bad Bramstedt
Nach Angaben der Klinik durchlaufen viele Betroffene einer chronischen Depression oft mehrere Therapieversuche, ohne wesentliche Verbesserung zu erfahren. Der Ursprung liege bei rund achtzig Prozent der Fälle in schwierigen, teils traumatisierenden Beziehungserfahrungen während der Kindheit und Jugend.
„Mit CBASPersonalized schaffen wir in der Schön Klinik Bad Bramstedt ein hochspezialisiertes Angebot für Menschen, die oft jahrelang unter ihrer Erkrankung leiden und bisher keine nachhaltige Besserung erfahren konnten. Die Projektgruppe unter der Leitung von Jörg-Tobias Hof hat es geschafft, für diese Patientinnen und Patienten ein innovatives und wissenschaftlich fundiertes Therapiekonzept zu entwickeln“, wurde Univ.-Doz. Dr. Gernot Langs, Ärztlicher Direktor der Schön Klinik Bad Bramstedt, in einer Mitteilung der Klinik zitiert.
Ziel: Persönliche Prägungen erkennen
Laut Jörg-Tobias Hof, leitender Psychologe und Leiter des CBASPersonalized-Programms an der Klinik, werden Patienten dabei unterstützt, persönliche Prägungen zu erkennen, eingefahrene Beziehungsmuster bewusst zu machen und schrittweise neue korrigierende Erfahrungen zuzulassen. Das Verfahren basiert auf einem speziell für Menschen mit chronischer Depression entwickelten Therapieverfahren namens CBASP („Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy“). Im Kern lernen die Patientinnen und Patienten, sich selbst und ihre Wirkung auf andere besser zu verstehen und damit neue Wege im Umgang mit ihrem Umfeld zu finden.
Verfahren wurde gezielt weiterentwickelt
Da viele Betroffene neben der chronischen Depression auch unter weiteren psychischen Belastungen leiden, wurde CBASP von den Schön Kliniken in enger Zusammenarbeit mit Prof. Eva-Lotta Brakemeier (Universität Greifswald) gezielt weiterentwickelt und auf die persönliche Situation jeder Patientin und jedes Patienten zugeschnitten. Neben den bewährten CBASP-Methoden erhalten Betroffene bei Bedarf zusätzliche Hilfen, zum Beispiel Strategien zum Umgang mit Ängsten, Techniken zur Verarbeitung belastender Erfahrungen oder Übungen zur Steuerung starker Gefühle.
Das stationäre Programm wird von einem multidisziplinären Therapieteam aus Psychologinnen, Ärzten, Co-Therapeutinnen, Pflegefachpersonen und anderen Fachkräften getragen. Zentrale Bausteine sind wöchentliche Einzelsitzungen, Co-Therapie zur Vertiefung individueller Inhalte sowie Einführungs- und Vertiefungsgruppen. (PM/RED)



