Boom bei den Videosprechstunden im Norden
Die Erfahrungen der AOK decken sich mit Zahlen der TK im Norden, die, wie berichtet, im vergangenen Jahr rund 26.000 Videosprechstunden und einen Anstieg um 32 Prozent verzeichnet hatte. Bei der AOK war es ein Anstieg um 47 Prozent. Am gängigsten waren Videosprechstunden für AOK-Versicherte im vergangenen Jahr in Hausarztpraxen, gefolgt von internistischen und psychotherapeutischen Praxen.
Den steigenden Zuspruch führt AOK Nordwest-Vorstandschef Tom Ackermann darauf zurück, dass den Versicherten die ärztliche Beratung von zu Hause aus erhalten und ihnen damit die Wege zur Arztpraxis und die Zeit im Wartezimmer erspart werden. Für die Ärzteschaft bieten sich aus seiner Sicht mit der Videosprechstunde Potenziale, den Praxisalltag zu optimieren, Patientenströme effizienter zu steuern und das Arzt-Patienten-Verhältnis zu stärken. Zugleich ist er überzeugt, dass die Nutzung ausbaufähig ist. „Um das ganze Potenzial der telemedizinischen Angebote nutzen und davon profitieren zu können, müssen die digitalen Alternativen langfristig als ‚Selbstverständlichkeit‘ erkannt und angenommen werden", sagte Ackermann.
Erleichtern könnten dies die seit April geltenden neuen Regeln für die Telemedizin. Danach dürfen Ärztinnen, Ärzte sowie Psychotherapeuten und -therapeutinnen in einem Quartal die Hälfte ihrer Behandlungen und Untersuchungen per Videogespräch abrechnen, vorher war die Anzahl auf 30 Prozent aller Leistungen begrenzt. (PM/RED)






