Hartmannbund: Gesundheit als politisches Leitprinzip verankern
Es reiche nicht aus, Gesundheit allein innerhalb des medizinischen Versorgungssystems zu betrachten, heißt es in einer Pressemitteilung des Verbandes. Bildung, Arbeitsbedingungen, Umwelt, Infrastruktur und soziale Lebensverhältnisse beeinflussten den Gesundheitszustand der Bevölkerung maßgeblich. Gerade die aktuelle Debatte um die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung zeige, dass neben finanziellen Fragen vor allem die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen stärker berücksichtigt werden müssten.
Abstimmung zwischen Politikfeldern verbessern
„Der Ansatz betrifft uns auch an Stellen, wo man es zunächst vielleicht gar nicht vermuten würde, etwa wenn politische Entscheidungen in Bereichen wie Verkehr, Umwelt oder Arbeitsmarkt direkte Auswirkungen auf die Gesundheit und damit auf unsere tägliche Arbeit haben“, sagte Dr. Sebastian Gassner, Vorsitzender des Landesverbands Schleswig-Holstein der Mitteilung zufolge. In der Diskussion sei deutlich geworden, dass gesundheitliche Chancengleichheit und die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Politik- und Versorgungsbereichen bislang noch nicht ausreichend umgesetzt werden. Als zentrale Hindernisse wurden fehlende Abstimmung zwischen Politikfeldern, konkurrierende Interessen und bestehende sektorale Strukturen benannt.
Erkrankungen entstehen aus gesellschaftlichen Rahmenbdingungen
Der Hartmannbund fordert deshalb, Gesundheit als Querschnittsaufgabe verbindlich in allen Politikfeldern zu verankern. „Viele Erkrankungen entstehen aus gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, die politisch gestaltet werden. Deshalb muss Gesundheit in allen Gesetzen mitgedacht werden“, wurde der Landesvorsitzende des Hartmannbundes Mecklenburg-Vorpommern, Dipl.-Med. Bernd Helmecke, in der Mitteilung zitiert. Nur wenn Gesundheit konsequent als politisches Leitprinzip verstanden werde, ließen sich die Herausforderungen des demografischen Wandels, zunehmender chronischer Erkrankungen und begrenzter Ressourcen langfristig bewältigen. (PM/RED)





