Augenarzt Daniel Pleger: Kein Sparen zu Lasten der niedergelassenen Ärzte
„Wir erleben einen Umbruch in der gesundheitspolitischen Landschaft, ein Reformvorhaben jagt das nächste. Bei allem Verständnis für sinnvolle Reformen: Es darf nicht zulasten der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte und der ambulanten Versorgung gespart werden“, wurde Pleger in einer Mitteilung seines Verbandes zitiert.
Pleger bezieht sich auf einen Sparappell des GKV-Spitzenverbandes, der auf die angespannte Haushaltslage der gesetzlichen Krankenkassen hingewiesen und auf Stabilisierung der Ausgaben gedrängt hatte. In mehreren Bereichen des Gesundheitswesens, auch im ambulanten Sektor, sollten insgesamt 50 Milliarden Euro pro Jahr eingespart werden. Auch das Bundesgesundheitsministerium hat Sparmaßnahmen in allen Bereichen in Aussicht gestellt.
Versorgung in Praxen 13-mal günstiger als in Kliniken
Pleger hielte es für ein fatales Signal und ein Sparen am falschen Ende, wenn tatsächlich zu Lasten der niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen gespart würde. Er verwies darauf, dass diese einen Großteil der medizinischen Versorgung leisten - rund 600 Millionen Behandlungsfälle werden nach seinen Angaben ambulant versorgt, während der GKV-Kostenanteil nur einen „Bruchteil" im Vergleich zu den Behandlungskosten in Krankenhäusern ausmache.
„Im Schnitt geschieht die Versorgung in den Praxen rund 13-mal günstiger als in den Krankenhäusern. Hier weiter sparen zu wollen, ist nicht mehr zu vertreten und auch nicht mehr rational zu vermitteln“, so Pleger. Insgesamt würden 97 Prozent der ambulanten Behandlungsfälle mit nur 16 Prozent der GKV-Ausgaben gestemmt.
Pleger verwies außerdem darauf, dass niedergelassene Fachärzten durch die Budgetierung ihrer Leistungen bereits jetzt einen erheblichen Beitrag zur Stabilisierung der Kosten beitrügen. Statt „gängelnder Sparmaßnahmen" seien Reformen zum Bürokratieabbau notwendig. Auch weitere politische Forderungen zu Lasten der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte waren in Schleswig-Holstein jüngst auf Kritik gestoßen. (PM/RED)






