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AOK Nordwest: Gewinn statt Defizit

Die Klagen über das drohende Milliardendefizit in der GKV haben u.a. zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz geführt, das erhebliche Einschnitte in der Versorgung nach sich ziehen wird. Die AOK Nordwest teilte nun mit, dass sie gar kein Defizit, sondern einen Gewinn in Höhe von 36.5 Millionen Euro erzielt hat. Zugleich griff die Kasse die Politik massiv an.

Die Krankenkasse warnte in einer Mitteilung zu ihrem Ergebnis vor einem Aufweichen des sogenannten Sparpaketes. Als einzigen Grund für das positive Ergebnis führte die AOK ihre „vorausschauende und nachhaltige Finanzpolitik“ an.

Alarmistische Wortwahl
In der Mitteilung wählte die Krankenkasse eine alarmistische Ausdrucksweise. Trotz des Gewinns war weiterhin von einer „dramatischen Ausgabenentwicklung“, „politischen Fehlentscheidungen“ sowie von einer „jahrelang verfehlten Gesundheitspolitik“ die Rede. Der Gesetzesentwurf wurde als „halbherzig“ und als „fauler Kompromiss“ bezeichnet. Angeblich habe sich die Versorgung der Menschen nicht verbessert. Vergleichbare Forderungen hatte die AOK schon Ende vergangenen Jahres erhoben. 

Das Ergebnis in Zahlen
Zu den Zahlen: Das Haushaltsvolumen der AOK Nordwest betrug im Jahr 2025 rund 14,3 Milliarden Euro. Die Leistungsausgaben stiegen je Versichertem um 7,93 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Größter Ausgabenblock blieb die Krankenhausbehandlung mit rund 4,98 Milliarden Euro, gefolgt von den Ausgaben für Arzneimittel mit 2,17 Milliarden Euro. An dritter Stelle folgte die ambulante ärztliche Behandlung mit Ausgaben in Höhe von 1,89 Milliarden Euro. Das Haushaltsvolumen für 2026 beläuft sich auf 15,2 Milliarden Euro.

Eine der größten Krankenkassen in Deutschland
56.986 neue Mitglieder verzeichnete die Krankenkasse in Schleswig-Holstein und Westfalen-Lippe. In Schleswig-Holstein sind nun rund 600.000 Menschen bei der AOK versichert. Mit insgesamt 2,9 Millionen Versicherten zählt sie zu den zehn größten Kassen in Deutschland.  (PM/RED)

 

 

 

 

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