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Aminata Touré bittet um Entschuldigung

Schleswig-Holsteins Sozialministerin Aminata Touré (Grüne) hat Menschen, denen zwischen 1949 und 1975 in staatlichen Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe in unserem Bundesland Leid und Unrecht widerfahren ist, um Entschuldigung gebeten. In einer Veranstaltung im Landeshaus ging es auch um die Frage, wie ein effektiver Schutz von Kindern und Jugendlichen vor physischer und psychischer Gewalt gewährleistet werden kann. Zudem wurden Möglichkeiten der Partizipation und Teilhabe erörtert.

„Im Namen des Landes Schleswig-Holstein möchte ich ausdrücklich um Entschuldigung bitten. Wir wissen: Kein Wort und keine Geste kann ungeschehen machen, was geschehen ist. Aus den tiefen Wunden, die vielen Kindern und Jugendlichen damals zugefügt wurden, erwächst eine Verantwortung. Diese Verantwortung übernehmen wir als Land - für das, was Sie erlitten haben, und für das, was damals von Bund, Ländern und Kirchen versäumt wurde“, sagte die Ministerin auf der Veranstaltung „Schutz von Kindern und Jugendlichen in stationären Einrichtungen im Jahr 2025 – wo stehen wir heute?“. Diese Entschuldigung sei kein formaler Akt, betonte Touré. Sie sei vielmehr Ausdruck von aufrichtigem Bedauern und zugleich ein Versprechen: „Dass wir aus dem, was war, lernen und dafür Sorge tragen, dass sich ein solches Unrecht nie mehr wiederholen wird.“
Unter den rund 130 Teilnehmenden waren Vertreter von Selbstvertretungsorganisationen der Betroffenen, aber auch den Organisationen des Gesundheitswesens. Für die Ärztekammer nahm Präsident Prof. Henrik Herrmann teil. Auf der Veranstaltung wurde u.a. die aktuelle Situation von Kindern und Jugendlichen in stationären Einrichtungen beleuchtet.

 Bundesratsinitiative geplant
„Selbstbestimmung, Partizipation und Gewaltschutz sind unabdingbare Voraussetzungen für eine moderne und menschenwürdige Unterbringung von Kindern und Jugendlichen in einer stationären Einrichtung. Diese wichtigen Themen unter Beteiligung von Menschen zu diskutieren, die selbst Opfer körperlicher, sexueller oder psychischer Gewalt geworden sind, hat einen großen Wert. Gleichzeitig ist mir bewusst, dass damit den Betroffenen viel abverlangt wurde und ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich bei allen Beteiligten bedanken, die dazu heute den Mut und das Vertrauen aufgebracht haben“, sagte die Ministerin laut Mitteilung ihres Hauses. Sie verwies in diesem Zusammenhang auch auf das regelmäßige Gesprächsformat mit den Selbsthilfeorganisationen der Betroffenen und Abgeordneten des Schleswig-Holsteinischen Landtags, in dem die entsprechenden Themen bewegt werden. Die Ministerin kündigte an, dass das Land in Kürze eine Initiative in den Bundesrat einbringen werde. Ziel sei die Anerkennung von Leid und Unrecht der Betroffenen auf Bundesebene sowie ein Rechtsanspruch auf eine besondere monatliche Zuwendung für ehemalige Heimkinder. (PM/RED)

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