Aids: kein Thema der Vergangenheit
Zum diesjährigen Weltaidstag am 1. Dezember hat die Aidshilfe davor gewarnt, HIV als ein „Thema der Vergangenheit" zu betrachten. Das Robert-Koch-Institut schätzt, dass in Schleswig-Holstein rund 1.200 Menschen mit HIV leben, rund zehn Prozent wissen noch nichts von ihrer Infektion. Bundesweit lebten Ende 2024 in Deutschland rund 97.400 Menschen mit HIV, davon etwa 8.000 ohne Kenntnis ihrer Infektion.
„HIV ist weiterhin da – wir sprechen nur seltener darüber", wurde Konstantin Kandlen, Geschäftsführer des Landesverbandes Aidshilfe Schleswig-Holstein in einer Mitteilung zitiert. Die aktuellsten Meldedaten zeigten einen Anstieg. Im Jahr 2024 wurden 123 neue HIV-Diagnosen registriert, 35 mehr als im Vorjahr. Dank moderner Therapie können Menschen mit HIV heute ein langes und gesundes Leben führen. Und: Bei erfolgreicher Behandlung wird das Virus nicht weitergegeben. Dennoch bleibt Prävention entscheidend. „Jede unerkannt gebliebene Infektion ist ein vermeidbares Risiko", hieß es in der Mitteilung des Verbandes.
Die Aidshilfe nutzte den Tag außerdem, um auf Testmöglichkeiten wie das Checkmobil aufmerksam zu machen, das zwei Tage zuvor von Gesundheitsstaatssekretär Dr. Olaf Tauras in Neumünster besucht worden war. „Viele Menschen zögern lange mit dem Test, weil sie Angst haben. Wir erklären, dass wir den Test sicher, schnell und vor allem zuverlässig durchführen können. Den eigenen Status zu kennen bedeutet, für sich und den Partner zu sorgen", sagte Louisa Glaum, Projektkoordinatorin des Checkmobils bei der Aidshilfe Schleswig-Holstein. Neben speziellen Aktionen mit dem Checkmobil ist in Schleswig-Holstein das Testen bei den Aidshilfen oder in den Gesundheitsämtern kostenlos möglich. (PM/RED)





