Adipositas: Barmer fordert Umdenken nach bariatrischen Operationen
2010 gab es laut Barmer bundesweit etwa 5.000 bariatrische Operationen, 2023 waren es rund 26.250. Insgesamt operierten Mediziner in diesem Zeitraum etwa 185.000 Patientinnen und Patienten. Die Krankenkasse beruft sich bei diesen Zahlen auf Analysen ihres Krankenhausreports 2025. Danach gab es, gemessen an der Einwohnerzahl, die meisten bariatrischen Operationen in Nordrhein-Westfalen: 4,1 pro 10.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Schleswig-Holstein lag mit 3,6 Operationen auf Platz vier, der Bundesschnitt betrug 2,9. „Bariatrische Eingriffe führen zu starkem Gewichtsverlust und können Adipositas sowie Folgeerkrankungen reduzieren. Der Erfolg hängt jedoch entscheidend davon ab, dass Patienten ihren Lebensstil langfristig ändern“, wird Landesgeschäftsführer Dr. Bernd Hillebrandt in einer Mitteilung seiner Kasse zitiert. Es sei eine gute Entscheidung, dass die aktuelle Krankenhausreform vorsehe, künftig für bariatrische Operationen in einer eigenen Leistungsgruppe Mindestanforderungen an Qualität und Patientenauswahl festzulegen, so Hillebrandt.
Nach dem Eingriff folgen weitere Klinikaufenthalte
Bei einem Vergleich der beiden häufigsten Methoden zeigt sich, dass es im Norden mehr Magenbypass-Operationen und in Süddeutschland mehr Schlauchmagen-Eingriffe gibt. Mehr als die Hälfte der bariatrischen Eingriffe erfolgen laut Krankenhausreport bei 30- bis 49-Jährigen. Die Zahl der Operierten unter 40 Jahren steigt, während sie bei 40- bis 54-Jährigen sinkt. Die über 55-Jährigen zeigen konstante OP-Zahlen.
Drei Viertel der bariatrisch Operierten müssen nach ihrem Eingriff erneut ins Krankenhaus. Dies ist durchschnittlich sechs Mal der Fall, wobei ein Aufenthalt im Schnitt neun Tage dauert. Im Vergleich zu gesunden Patienten und zu nicht operierten adipösen Patienten kehren sie häufiger zurück. Allerdings: Die erneuten stationären Behandlungen sind nicht immer direkte Folgen der Adipositas-Chirurgie. Das gilt zum Beispiel für Gelenkersatzoperationen. Sie werden zum Teil erst möglich, wenn die Patienten deutlich Gewicht verloren haben. Häufige Gründe für erneute stationäre Eingriffe sind die Entfernung überschüssiger Haut, Komplikationen nach der Operation sowie psychische Probleme wie Depressionen, Entzündungen der Gallenblase oder Arthrose in den Kniegelenken. (PM/RED)
Dr. Victoria Witt weiß noch, was es heißt, mit zu viel Gewicht zu leben. Wie sie sich fühlte und welche Reaktionen ihre Mitmenschen zeigten. Die Ärztin hat sich nach sorgfältiger Abwägung zu einer Operation entschlossen und ihre Erfahrungen in einem Buch veröffentlicht. Im Podcast gibt sie persönliche Einblicke.






