Ein bebrillter Mann in Hemd und Anzug lächelt in die Kamera.
Digitalisierungsminister Dirk Schrödter ©Staatskanzlei SH

Mutig und positiv den Weg der Digitalisierung gehen

Die Ärztekammer hat ihr digitales Angebot erweitert und das Schleswig-Holsteinische Ärzteblatt erscheint mit dieser Ausgabe letztmals in Print. Zu diesem Anlass beschreibt Schleswig-Holsteins Digitalisierungsminister und Chef der Staatskanzlei, Dirk Schrödter (CDU), in einem Gastbeitrag, welche Chancen mit dieser Transformation verbunden sind.

Die rasant voranschreitende Digitalisierung verändert unser Leben und Zusammenleben, unser Arbeiten und Zusammenarbeiten grundlegend. Es verändert sich aber auch die Art und Weise, wie wir uns informieren und informiert werden, und ganz allgemein, wie wir Medien nutzen. Wir alle leben in einer Welt, in der sich Prozesse – ob Verwaltungsprozesse, Produktionsprozesse oder auch Informationsprozesse – beschleunigen, Daten in großen Mengen hin- und hergeschickt werden, Informationen in Sekundenschnelle elektronisch verfügbar sind. Beschleunigt wird dies insbesondere durch den Einsatz von KI-Technologien, die längst Teil unseres Alltags geworden sind. All das hat Auswirkungen in alle Lebens- und Arbeitsbereiche.

Digitale Transformation als Chance
In der Landesregierung verstehen wir diese Veränderungen nicht nur als Digitalisierung, sondern als echte Transformation, als digitale Transformation, die eine zentrale Chance für die Weiterentwicklung unserer Verwaltung, unserer Wirtschaft, unserer Wissenschaft und unserer Gesellschaft insgesamt ist. Gerade in einer Zeit, in der globale Krisen, Desinformation und Deep Fakes, Klimawandel, Energiewende, IT- und Cybersicherheit oder auch der demografische Wandel unsere Gesellschaft und den Staat vor neue Herausforderungen stellen. Meine feste Überzeugung ist es, dass wir diese Herausforderungen nur mit einem konsequent digital ausgerichteten Staat lösen werden. Unser Anspruch ist es deshalb, diesen Wandel aktiv zu gestalten. Das tun wir sehr konsequent. Schleswig-Holstein geht mutig und selbstbewusst voran.

„Für uns ist die digitale Transformation mehr als die Summe digitaler Werkzeuge – sie ist ein Treiber für gesamtgesellschaftlichen Fortschritt.“

Dirk Schrödter

Wir haben in unserer Digitalstrategie 2026 den Weg in die digitale Zukunft festgeschrieben. Sie ist eine Mitmachstrategie und wurde unter Einbindung zentraler gesellschaftlicher Akteure erarbeitet, unter anderem dem Paritätischen Wohlfahrtsverband Schleswig-Holstein, dem kommunalen IT Verbund Schleswig-Holstein und dem DigitalHub.SH. Mit unserer Strategie rücken wir den Menschen und den konkreten Nutzen für den einzelnen Menschen, aber auch für die gesamte Gesellschaft in den Vordergrund.

Treiber für gesellschaftlichen Fortschritt
Für uns ist die digitale Transformation mehr als die Summe digitaler Werkzeuge – sie ist ein Treiber für gesamtgesellschaftlichen Fortschritt. Die digitale Transformation ermöglicht es, die Verwaltung zu modernisieren, sie sicherer, schneller, bürgernäher zu machen. Die Modernisierung unserer Verwaltung und der Abbau von Bürokratie gelingen nur dann, wenn wir vollständig digitale, medienbruchfreie Prozesse von der Antragstellung bis zur Bescheidung sicherstellen. Denn: Unsere Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen haben zurecht den Anspruch an die Verwaltung, dass sie schnell und serviceorientiert agiert. Die Ende-zu-Ende-Digitalisierung von Verwaltungsverfahren ermöglicht vollständig digitale Abläufe – etwa bei Antrags- und Genehmigungsverfahren. Bürgerinnen und Bürger müssen Daten nur einmal angeben („Once-Only-Prinzip“) und können Leistungen schneller und ohne Medienbrüche nutzen. Unterstützt werden sie durch verschiedene Angebote wie digitale Assistenzen oder digitale Knotenpunkte, die digitale Teilhabe gewährleisten.

Vernetzter arbeiten
Dabei verknüpfen wir technologische Innovationen konsequent mit den Bedürfnissen der Menschen in Schleswig-Holstein. Gemeinsam werden wir künftig stärker vernetzt zusammenarbeiten, damit staatliche Leistungen einfacher und transparenter werden. Wir legen dabei einen konsequenten Fokus auf digitale Souveränität, Offenheit, Open Source und Transparenz. Weil wir sicherstellen wollen, dass wir Einfluss auf die Betriebsprozesse unserer IT-Systeme haben und weil wir Herr über unsere staatliche Datenhaltung sein müssen. Wir müssen ausschließen können, dass Dritte unsere Systeme bestimmen und Justiz-, Steuer- oder Gesundheitsdaten unkontrolliert abfließen können.

Kultur der Datennnutzung
Wir wollen Daten aber auch nutzbar machen und zu einer Kultur der Datennutzung kommen – und dies nicht nur, um Verwaltungsleistungen im Sinne des beschriebenen once-only-Prinzips zu verbessern. Datennutzung gerade im Gesundheitssektor bedeutet eine bessere zielgenauere medizinische Versorgung für unsere Bürgerinnen und Bürger – als Stichwörter sind personalisierte Medizin oder Abläufe im Krankenhaus oder der Praxis vor Ort zu nennen. Allzu oft steht uns gerade für die Forschung der Datenschutz im Wege, obwohl durch die Entwicklungen im Bereich der Anonymisierung und Pseudonymisierung Datenschutz längst kein Problem mehr sein sollte. Einen weiter verbesserten Rechtsrahmen wollen wir jetzt noch einmal landesrechtlich auf den Weg bringen, damit zum Wohle der Patientinnen und Patienten Daten gut genutzt werden können. Es sollte für jede Bürgerin und jeden Bürger klar sein, dass Gesundheitsdaten ein gesamtgesellschaftliches Gut sind und die Umlagefinanzierung auch eine Verantwortung jedes und jeder einzelnen diesbezüglich mit sich bringt.

Standortfaktor Digitalisierung
Zugleich versteht die Landesregierung die digitale Transformation als wichtigen Standortfaktor für Schleswig-Holstein. Die Verwaltung kann für die Wirtschaft ein Innovationsmotor sein, wenn wir Abläufe beschleunigen, Datensilos aufbrechen und Daten der privaten Wirtschaft als Open Data rechtssicher zur Verfügung stellen. Schnelle digitale Verwaltungsverfahren erleichtern Investitionen. Unternehmen werden Gründungen, Genehmigungen oder Förderanträge künftig vollständig digital abwickeln können – ein echter Mehrwert für den Wirtschaftsstandort Schleswig-Holstein.

Konsequenter Weg in digitale Zukunft
Verlagshäuser und Magazine wie das Schleswig-Holsteinische Ärzteblatt stehen, wie die Verwaltung, vor den gleichen Herausforderungen und vor allem haben sie die gleichen Chancen, die die digitale Transformation mit sich bringt: Prozesse zu automatisieren und Abläufe zu modernisieren und schneller zu informieren. Für diesen Weg braucht es Mut, eine klare Strategie und einen digitalen Kompass. Das Ärzteblatt ist mutig und geht mit seiner letzten gedruckten Ausgabe konsequent den Weg in die digitale Zukunft. Meinen Glückwunsch für diesen Weg und viel Erfolg für die kommenden digitalen Ausgaben.

Ähnliche Beiträge
Eine Frau im blauen Blazer, gelben Shirt und mit randloser Brille steht in einem weiten, hellen Gang und schaut freundlich lächelnd in die Kamera.
Anne Schluck © Dirk Schnack
17.05.2026

Viele Delegierte nehmen die Meinungsbildung auf dem Deutschen Ärztetag nicht durchgängig als…

Prof. Henrik Herrmann
Prof. Henrik Herrmann
26.11.2025

Das Bundesgesundheitsministerium rückt nicht nur die Frauengesundheit in den Fokus. Das Konzept…